SSIO: «Bitte haltet mich fern von diesem Keep-it-real-Scheiss»

Kein anderer Rapper aus Deutschland weiss derzeit so zu faszinieren wie SSIO. Der dreibeinige Bonner Kanalreiniger ist der Spannendste. Der Unterhaltsamste. Der Lustigste. Doch wer steckt dahinter? Wir haben ihm im Interview auf den Zahn gefühlt.

Mauro & SSIO Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mauro & SSIO Flavio Leone/SRF

Subgenreübergreifend feiert die Deutschsprachige Rap-Hörerschaft momentan vor allem einen: SSIO, den afghanisch-stämmigen Deutschrapper mit lockigem Brusthaar.

Von Röhrenjeansträger, über Vollbarthipster bis hin zu den Strassengangstern: Alle lieben SSIOs einzigartigen Flow, seinen Unterhaltungswert und seine knackigen, modernen, auf alt-gemachten Beats.

Auch Casper feiert SSIO

Sogar der über jenste Tellerränder hinaus bekannte Rapper Casper feiert SSIO bis auf den Tod. Böse Zungen könnten kritisieren, dass SSIO zu testosterongeladene Rapmusik macht, zu macho-mässig, zu prollig, zu viel des Guten.

Zu deren Gegenpol gehört Casper. Dieser hat es vor zwei Jahren im Interview so formuliert: «SSIO hat das Strassengespür und bedient Strassenthemen wie den Drogenhandel. Jedoch ist das extrem krass gereimt, so dass ich als Nicht-Strassenkind das richtig fühlen und mich fürchten kann. Der Entertainmentfaktor ist gross. SSIO ist wie ein Actionfilm.»

«  Der Entertainmentfaktor ist gross. SSIO ist wie ein Actionfilm. »

SSIO: «Sehr viel Übertreibung ist dahinter»

«Meine Musik wiederspiegelt sicher meinen privaten Charakter, jedoch ist sehr viel Übertreibung dahinter. Dafür ist die Hip-Hop-Musik ja bekannt. An alle Menschen: Bitte haltet mich fern von diesem ganzen Keep-it-real-Scheiss», so SSIO im Interview.

«  An alle Menschen: Bitte haltet mich fern von diesem ganzen Keep-it-real-Scheiss. »

Und auf die Frage, ob denn ein Künstler nicht auch politische und soziale Verantwortung hätte und dies so auch in seinen Songs mitteilen müsste, meint SSIO bloss: «Ich bin nicht verantwortlich für die Gesellschaft, die Gesellschaft ist verantwortlich für mich. Ich bin nur ein Abbild der Gesellschaft, ich kann sie nicht verbessern.»

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