Unsere Erlebnisse mit Prodigy von Mobb Deep

Ein Meilensteinleger ist tot. Mobb Deeps und Prodigys Einfluss auf die Rapszene war und ist riesig, und spätestens seit dem Schlussbattle in 8 Mile, wo sich ein junger Eminem auf dem «Shook Ones Pt. 2» auskotzt, kennt man Mobb Deep auch oberhalb des Wirkunsgkreises von Hardcore-Rap. Unser Rückblick.

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Mobb Deep im Interview 2014

Acht Mobb Deep Alben, acht Soloalben, und bis zuletzt schien, als würde sich Prodigys Hunger und Anspruch nicht nehmen lassen. Er starb nur wenige Tage nach dem letzten Konzert in Las Vegas, auf der «Art of Rap»- Tour zusammen mit Ice T, KRS-One, Ghostface Killah und EPMD. Wir wollen jetzt hier keinen Karrieren-Wrap-up machen, sondern unsere persönlichen Erlebnisse mit der Legende schildern.

Mauros Erinnerungen an das Interview mit Mobb Deep

Am Openair Frauenfeld 2014 hatte Bounce-Host Mauro Wolf die Chance, the Infamous zu interviewen.

Daran errinnere ich mich gerne zurück, auch wenn das Erlebnis mich im Vorhinein zu viel Ansgtschweiss trieb: Du kannst dir vielleicht vorstellen, wie weit oben auf der Hosenscheisserskala ich zitterte, als der SRF-Interviewkoordinator meinte: «Es geht los, Mobb Deep Interview JETZT.» Ich lief, halb Mensch, halb Vanillepudding, Richtung Backstage, Richtung Openair Container von Prodigy und Havoc von Mobb Deep.

Angekommen, fand ich mich neben anderen Medien auf das Interview wartend. Wie ich unseren Fotograf und Filmer beneidete, denn der hatte schliesslich «nur rumzustehen». In einem solchen Moment gehen einem tausende Gedanken durch den Kopf – von habe ich die richtigen Fragen im Köcher bis eigentlich muss ich auf die Toilette. Fuck it. Yalla. Ich ging rein, handclappte zwei der grössten Legenden im Hip-Hop-Geschäft. Mein erster Eindruck: Die beiden waren bereit! Aufrechte Sitzpose, mich fokussierend, Augen wach und alles andere als Scharlachrot von allfälligen Hip-Hop-Zigis. Es ergab sich ein kurzes aber intensives Gespräch, das wie im Flug vorbeiging. TIME. Vorbei. Stolz, Euphorie und Glück ersetzen das vorhergehende Gefühl der Supernervosität. Das Beschissenste war, dass es bereits vorbei war. Der Fotograf lachte mich an und zeigte mir das Boss-Foto mit den OGs. Im Nachhinein wirkte die Pose absurd, im Moment war es die einzige Pose, die richtig für dieses Foto war. Dies war wohl mein all-in-all #1 Openair-Interview Moment als Bounce-Macher.

Rest in Peace Prodigy, die Welt und deine Bouncer trauern. 1.

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