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Bytes/Pieces Männlich, Ü50 und verheiratet: So sieht unser Parlament aus

Wie gut bildet unser Parlament eigentlich die Bevölkerung ab? Spoiler: nicht so gut bis sehr schlecht.

Wenn du jung und weiblich bist und vielleicht auch noch eine Lehre gemacht hast, dann wirst du im Parlament lange suchen, bis du deinesgleichen gefunden hast. Vielleicht wirst du auch ewig suchen, denn es gibt keine wie du. Der durchschnittliche Parlamentarier ist männlich, über 50 Jahre alt und verheiratet – ziemlich homogene Sache also im National- und Ständerat.

Aber alles auf Anfang: Alle vier Jahre wählen wir ein neues Parlament und damit unsere politischen Vertreter*innen. So weit, so klar. Die Frage ist aber, ob da auch wirklich jene Menschen sitzen, die uns ähnlich sind. Am besten, du testest das gleich selber. Die Kollegen von SRF Data haben dazu nämlich ein Tool entwickelt:

Wer dir ähnlich ist, könnte dich besser repräsentieren

Vielleicht ist es dir absolut egal, ob das Parlament die Bevölkerung abbildet. Die Idee der «deskriptiven Repräsentation» besagt aber: Je mehr das Parlament die Bevölkerung auch in deskriptiven Merkmalen – also alle Eigenschaften, die dich beschreiben – widerspiegelt, desto besser wird das Volk auch vertreten. Das kannst du dir ganz simpel vorstellen: Ein 60-jähriger Unternehmer aus Burgdorf bewegt sich in einer ganz anderen Lebenswelt als eine 20-jährige Studentin. Diese Idee ist nicht neu, wird aber immer wieder diskutiert.

So auch Sarah Bütikofer, Politologin an der Universität Zürich. Sie sagt, wer ein ähnliches Umfeld teile, sei auch für ähnliche Themen sensibilisiert. Aber sie relativiert diese Theorie: «Geht es um politische Entscheidungen, dann sind sich Menschen, die eine politische Haltung teilen näher als Menschen, die den gleichen deskriptiven Merkmalen entsprechen.» Anders gesagt: Ein 50-Jähriger mit gleicher Gesinnung wird eher so abstimmen wie du, als Gleichaltrige mit total anderen Ansichten.

Bytes/Pieces

Bytes/Pieces

«Bytes/Pieces» ist das investigative Hintergrundformat für junge Menschen im Netz. Lena Oppong und das Team von SRF Data beantworten Fragen wie: «Woran erkenne ich Fake Follower auf Instagram» oder: «Warum gehen die Schweizer Waffenexporte nur scheinbar zurück?» – faktenbasiert, seriös und trotzdem unterhaltsam.

Kleiner Reminder, dass du Wählen gehen solltest

Es ist natürlich dir überlassen, nach welchen Kriterien du wählen gehst. Hauptsache, du legst den ausgefüllten Wahlzettel in die Urne oder schaffst es rechtzeitig zur Post.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Rafael Wunderlin  (78bakalit)
    Ü50 das ist schade, die verändern nichts mehr, darum funktioniert unsere veraltete Wirtschaft nur mit Dreckschleudern, wo das hinführt sieht man bei den Gletschern, es muss ja nicht immer alles mit Erdöl laufen, die Umstellung, hätte von 20 Jahren passieren müssen, die Technik ist längst da. Wo kein Wille ist, da ist auch kein Weg.
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  • Kommentar von Katja Richner  (Petra Beer)
    Wenn man ein bisschen näher hinschauen würde, dann würde man sehen, dass das grösste Gefälle nicht beiim Alter, dem Gesclecht ist, sondern bei der Schicht/Klasse. Das Parlament besteht aus einer Akademikerklasse, die vollständig überrepräsentiert ist. Nur wird das immer aussen vor gelassen.
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