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Let's Play Diesel gegen Natur: «Snowrunner» macht mit Freunden Spass

Fahre mit schweren Lastwagen durch Schnee und Schlamm – alleine gespielt ist es zäh, mit anderen zusammen aber toll.

Video: Guido spielt «Snowrunner» (Let’s Play)

Der Held in diesem Game ist Diesel, die rohe Kraft schwerer Maschinen. Der Gegner ist der Schlamm, der dich daran hindert, dort hinzufahren, wo du willst. Diesel gegen Natur – dieses simple Konzept hat mir im Erstling «Spintires» noch sehr gut gefallen.

Denn Games müssen nicht kompliziert oder aufregend sein, um gut zu sein. «Snowrunner» ist langsam, weil wir uns oft im Kriechgang durch den Schlamm kämpfen. Das macht es entspannend, du kannst gut auch Podcasts hören nebenbei. Wenn du also schwere Maschinen magst (ja, wir meinen dich, «Landwirtschaftssimulator»-Fan!), wirst du bedient.

Im Vergleich zu «Spintires» und «Mudrunner» ist das dritte Game der Serie auch klar besser: mehr und grössere Landschaften (Michigan, Alaska und Sibirien), mehr Lastwagen, mehr Abwechslung, besser erklärt, kaum technische Probleme.

Trotzdem hat mich das Game zunächst nicht gleichermassen in den Bann gezogen. Denn es ist jetzt etwas zu strukturiert. Statt irgendwo hinzufahren, gibt es immer wieder Barrieren – eine Brücke ist eingestürzt und muss erst wieder aufgebaut, ein Felssturz weggeräumt werden. Auch kommuniziert das Game zu wenig klar, was du wo hinbringen musst und mit welchem Gefährt das nicht geht. So fuhr ich immer wieder umsonst quer über die halbe Map – nur um dann mit der falschen Auflegerkopplung dazustehen und alles noch einmal von vorn beginnen zu müssen.

Und während die wilden Waldlandschaften klar schöner und abwechslungsreicher aussehen: Mir war es etwas zu viel Zivilisation. In «Spintires» gab es nur Wald. In «Snowrunner» dagegen auch Kleinstädte, Bohrfelder und Fabriken – aber immer menschenleer, weil es im Game ja um Maschinen geht. Die Siedlungen wirken drum wie verwilderte Geisterstädte, was es einsamer, ja fast gruselig macht.

Dieser durchzogene Eindruck hat sich dann aber schlagartig geändert, als ich es mit anderen zusammen gespielt habe (siehe Video oben, ab ca. 53 Minuten). Denn wenn wir nicht mit einem, sondern bis zu vier Lastwagen die Natur bekämpfen, schreiben sich plötzlich grossartige Geschichten. Wir ziehen und schubsen uns durch Gelände, das schwere Lastwagen ablehnt. Einer kippt um, die anderen stellen ihn wieder auf; einem geht der Diesel aus, die anderen tanken nach. Bergsteigen mit Trucks: Weil wir uns in der Seilschaft helfen, fühlen wir uns nicht mehr einsam.

Wenn du also gerne mit grossen Lastwagen durch den Dreck fährst: Mach es mit Freunden.

«Snowrunner» ist für Playstation 4, Xbox One und Windows PC.

SRF 3, 4.5.2020, 18:10

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