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Helvetia «Ich fühle mich in Serbien mehr als Ausländerin als hier»

Ex-Bachelorette und «Tele Basel»-Moderatorin Adela Smajic ist Tochter eines bosnischen Vaters und einer serbischen Mutter. Ausgegrenzt fühlte sie sich deswegen in der Schweiz nie. Wie es ist, zwischen drei verschiedenen Kulturen aufzuwachsen, erzählt sie bei «Helvetia».

Wenn dir Adela Smajic bekannt vorkommt, wirst du sie wohl schon im Fernsehen oder auf dem Titelbild einer «Blick»-Geschichte gesehen haben. Sie ist Moderatorin bei «Tele Basel», trat für «3+» bereits als Bachelorette an und war gerade erst bei «Promi Big Brother» auf «Sat1» zu sehen.

Doch hinter der 27-jährigen Baslerin steckt viel mehr. Sie ist die Tochter eines Bosniers und einer Serbin, geboren ist sie in Neuchâtel, in Basel aufgewachsen und hat dort auch ihren Bachelor in Medienwissenschaften und Soziologie abgeschlossen. Etwas, das ihr viele aufgrund ihres Aussehens nicht zutrauen.

Die Meisterin der natürlichen Unnatürlichkeit

Es gibt sehr viele Leute, die es extrem negativ auffassen, dass ich Sachen an mir gemacht habe.
Autor: Adela Smajic

«Ich höre oft Dinge wie: ‹Kein Wunder hat sie keinen Freund› oder ‹Die hat kein Hirn›», erzählt Adela. Immer wieder merke sie, dass sie viele Menschen auf ihr Äusseres reduzieren und sagt: «Ich verstehe nicht, woher dieser Hass kommt und wünsche mir für diese Menschen, dass sie irgendwann mit ihren eigenen Problemen klarkommen.»

Dass Adela an ihrem Äusseren geschraubt hat, daraus macht sie überhaupt kein Geheimnis. Ganz im Gegenteil: Sie erzählt offen davon, dass sie sich mit Botox und Hyaluronsäure auffrischt, die Lippen aufspritzt, ihre Brüste gemacht hat oder auch ihre Zähne regelmässig bleacht. «Ich bin wohl eine Exotin, dass ich so natürlich zu meiner Unnatürlichkeit stehe», meint sie.

«Helvetia»

«Helvetia»

Wie tickt die junge Schweiz?In der fünfteiligen Webserie «Helvetia» übernehmen junge Menschen mit und ohne Schweizer Pass das Wort. Sie erzählen persönliche Geschichten aus ihrer Kindheit, und von ihrer Herkunft.

Alle Folgen von «Helvetia» findest du hier, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Zwischen verschiedenen Kulturen

Adelas Kindheit ist geprägt von ihren bosnischen und serbischen Wurzeln. Sie geht ebenso in die Moschee wie in die orthodoxe Kirche, macht Ferien in ihrem bosnischen Heimatdorf sowie in Serbien. «Bosnien erdet mich, dort war früher alles sehr rustikal, fliessendes Wasser gab es nur bei einem Brunnen und das war jeweils ein Abenteuer für mich, da konnte ich draussen duschen», schwärmt sie. Und trotzdem, sie ist immer wieder froh, in der Schweiz zu leben, denn: «Bosnier und Serben motzen über Gott und die Welt, ihnen ist nie etwas recht.»

Ich wurde als Landesverräterin abgestempelt, weil ich beim Spiel Schweiz gegen Serbien die Schweiz unterstützte.
Autor: Adela Smajic

Aufgrund ihrer Herkunft fühlt sie sich in der Schweiz nie diskriminiert. Viel eher habe sie es erlebt, dass sie von Serben* und Serbinnen* oder Bosnier*innen in der Schweiz angegriffen wurde. So zum Beispiel, als die Schweiz an der WM 2018 gegen Serbien spielte. Adela unterstützt die Schweizer Mannschaft, «denn ich kannte keinen einzigen serbischen Spieler», sagt sie. Dies sei in der serbischen Community überhaupt nicht gut angekommen und sie wurde als Landesverräterin abgestempelt.

Als sie sich dazu entschied, Bachelorette zu werden, sei dies hingegen von Schweizer*innen eher negativ bewertet worden mit Kommentaren wie: «Schon wieder eine Ausländerin». Die Balkan-Community war jedoch begeistert. «Dann bist du wieder eine Landsfrau, dann ist wieder alles schön und gut», so Adela.

Mir wurde nie etwas verwehrt, weil ich Adela Smajic und nicht Adela Müller bin.
Autor: Adela Smajic

In der Schweiz habe sie sich nie diskrimiert gefühlt, meint sie. Ob sie Smajic oder Müller heisse – ihr sei nie etwas aufgrund ihrer Herkunft verwehrt worden. «Wenn ich in Serbien bin, habe ich eher das Gefühl, eine Ausländerin zu sein. Man merkt sofort, dass ich nicht von dort bin. In der Schweiz habe ich das nie, nie!», meint die Baslerin und schliesst ab: «Ich denke dann immer: Aha, so fühlen sich also Ausländer in der Schweiz.»

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