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Helvetia «Mehr integriert als ich kann man als Secondo nicht sein»

Er ist international erfolgreicher DJ und Produzent, hat schon die ganze Welt gesehen und könnte ein Rockstar-Leben in Los Angeles führen. Warum Andrea Oliva aber lieber in seiner Heimat Möhlin unterwegs ist, erzählt er bei «Helvetia».

Als sich Andrea Olivas Vater in den Siebzigerjahren entscheidet, aus Italien in die Schweiz auszuwandern, wird kurz zuvor über die Schwarzenbach-Initiative abgestimmt. Ziel davon: Ausländische Staatsangehörige dürfen lediglich zehn Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Ich hatte es einfacher als meine Eltern.

Doch: Die Initiative wird abgelehnt, so muss sich Olivas Vater bei der Einreise in die Schweiz lediglich auf seine Gesundheit testen lassen, um hier als Saisonier arbeiten zu dürfen. Und trotzdem: «Ich hatte es einfacher als meine Eltern», stellt der DJ und Produzent fest und fügt an: «Heute sind die Italiener hier ‹Part of the Family›.»

Mehr integriert als ich kann man als Secondo eigentlich nicht sein.

Geboren wird Andrea Oliva in Rheinfelden und wächst im aargauischen Möhlin auf. «Mehr integriert als ich kann man als Secondo eigentlich nicht sein», erinnert er sich. Denn: Als Junge ist er Teil einer Rhythmusgruppe an der Fasnacht, spielt Landhockey, Radball und Fussball. «Klar, am Grümpelturnier bist du einfach der ‹Tschingg›.» Für ihn kein Begriff, der ihn störte. Vielmehr habe es bedeutet, er habe einen guten Charakter und spiele eben besser Fussball als die anderen.

«Helvetia»

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«Helvetia»

Wie tickt die junge Schweiz?In der fünfteiligen Webserie «Helvetia» übernehmen junge Menschen mit und ohne Schweizer Pass das Wort. Sie erzählen persönliche Geschichten aus ihrer Kindheit, und von ihrer Herkunft.

In der ganzen Welt unterwegs und doch am liebsten Zuhause

Eigentlich geniesse ich es überhaupt nicht mehr, die Luft ist draussen – aber auf einer positiven Ebene.

Andrea Oliva kommt viel herum: Ob Gigs am Coachella oder die eigene Party-Nacht auf Ibiza – er sieht und erlebt viel. Doch er muss zugeben: «Eigentlich geniesse ich es überhaupt nicht mehr, die Luft ist draussen – aber auf einer positiven Ebene.» Er tanke viel mehr Energie auf, wenn er zuhause sei, als wenn er an einem schönen Strand liege. «Zurückzukommen und meine Familie zu sehen – genau darum geht's doch.»

Wenn dann alles vorbei ist und du weg vom Fenster bist, hast du lieber ein wenig mehr Geld in die Pensionskasse eingezahlt.

Und klar, als international erfolgreicher DJ und Produzent, könne er easy ein Leben führen, wie viele andere in der Szene, und jeweils für drei Monate in Los Angeles in einer geilen Villa leben, um dort ins Studio zu gehen. Nur: «Wenn dann alles vorbei ist und du weg vom Fenster bist, hast du lieber ein wenig mehr Geld in die Pensionskasse eingezahlt», schmunzelt der 39-Jährige und fügt an: «Da kommt wieder der Schweizer in mir hervor!»

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Franco Caroselli  (FrancoCaroselli)
    Falsch !! Es gibt leider Secondos die sind auf Druck der Eltern, Grosseltern, Verwandte hin und her gerissen. Leider vergeht die Zeit schnell und die Gefahr kommt, in dem man Fremd bleibt in der Schweiz und später im Herkunftsland. Viele andere Secondos ( wie ich) entscheiden sich für die Schweiz und lassen die Herkunft hinter sich. Leider nicht alle. Schade. Doppeladler lässt grüssen.
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  • Kommentar von Werner Kessler  (Werner Kessler)
    Schwarzenbach hatte Recht, wie sich das immer mehr zeigt. Nur die unverhältnis-mässige Zuwanderung u Vermischung von vor allem rückständigen Kulturen aus Afrika u dem Ostblock bringen Rassismus, Hass und Kriminalität, wie sich immer mehr zeigt. Zudem sinkt die Sicherheit und der soziale Frieden. Wer sich dagegen wehrt, wird als Rassist und Extremist abgestempelt, weil wird uns für die Grundwerte einsetzen und diese Verteidigen. Zudem müssen immer mehr Gefängnisse gebaut für kriminelle Ausländer.
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  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Leider hat die Schweiz auch untereinander Probleme, sich mit anderen Kantonen auseinander zu setzen. Jeder ist irgendwie besser als der andere, ganz geschweige dann wenn es um Ausländer geht, die sind sowieso nicht von hier. Witzig aber doch, wo ist die Schweizer Kultur geblieben? Vieles was wir essen ist produziertes Essen, kaum jemand macht noch Rösti oder Spätzli frisch. Trachten tragen die meisten nur zum trinken und Schwingen ist auch nicht wirklich beliebt...
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    1. Antwort von Guido Casellini  (CAS)
      Herr Ebischer: was sollen wir mit "Schweizer Kultur" verstehen ? Wo bleiben dann die Saucisse Vaudoise, die Fondue, die Raklette sowie die Luganighe oder der Capuns ??