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Hidden Helvetia Auch in der sicheren Schweiz gibt es Gewalt-Brennpunkte

Über 25'000 gewalttätige Übergriffe wurden 2017 schweizweit polizeilich registriert. In den Statistiken taucht Basel-Stadt immer wieder auf den vorderen Rängen auf. Was bringt einen Menschen dazu, Gewalt anzuwenden? Und was hat das für einen Einfluss auf das Leben des Opfers?

Die Schweiz gilt als einer der sichersten Orte der Welt. Eher selten muss man nachts um Leib oder Leben fürchten. Kommt Gewalt vor, konzentriert sie sich hierzulande auf einige wenige Orte. Pro Wochenende werden in der gesamten Schweiz trotzdem fast 500 gewalttätige Übergriffe polizeilich registriert. Immer wieder in den vorderen Rängen mit dabei ist der Kanton Basel-Stadt.

Der Täter

Einer, der früher selbst zugeschlagen hatte, ist Ajrim. Der 26-Jährige zeigt, auf welche Orte sich die Gewalt in der Stadt vor allem konzentriert. Beim Spaziergang durch die Brennpunkte Basels sagt er: «Gewalt wurde hier irgendwie Normalität. Die Skrupel der Menschen sind auch kaum mehr vorhanden, wenn es darum geht, zuzuschlagen.» Über seine eigene Vergangenheit sagt Ajrim: «Der ausschlaggebende Punkt, wieso ich Gewalt anwendete, war glaube ich, weil einer meiner bester Freunde ins Koma gefallen ist. Da war mir plötzlich alles egal.» Nach einigen kleinen Delikten und mehreren Schlägereien kommt er mit 15 Jahren für vier Jahre ins Jugendgefängnis.

Das Opfer

Jean-François steht auf der anderen Seite. Er wurde Opfer von Gewalt, als er einer Freundin helfen wollte, die auf dem Nachhauseweg von einem Mann belästigt wurde. Der Angreifer schlug Jean-François bewusstlos. Der Täter wurde gefasst, aber die psychische Belastung bleibt. Die Tat wirkte sich nicht nur auf das Opfer direkt aus, sondern auch auf Jean-François’ Mutter, Monique. «Die Ärzte hatten ihn bereits aufgegeben und meinten, wir müssen uns von ihm verabschieden. Das war für uns der schlimmste Moment.» Richtig sicher fühlt sich Jean-Francois in Basel heute nicht mehr und geht lieber gemeinsam mit Freunden statt alleine nachhause.

Kann Gewalt verhindert werden?

Damit die Strassen von Basel trotzdem so sicher als möglich sind, sorgt auch die Polizei. Durch fortlaufende Präsenz will sie versuchen, die Zahlen der Delikte zu senken. «Polizeipräsenz ist etwas, was Menschen auch wollen», sagt Professor Dirk Baier, der schon seit Jahren zum Thema Gewalt forscht. Eine Polizei, die physisch präsent sei, helfe zwar dem guten Gefühl der Allgemeinheit, aber wirklich Gewalt reduzieren werde diese Massnahme wohl weniger.

Richtige Massnahmen, um gegen Gewalt vorzugehen, ist schwierig. Basel löst das mit vermehrter Polizeipräsenz und Patroullien. Einige Jugendliche auf dem Theaterplatz, einem von Basels Gewaltbrennpunkten, sagen: «Die Polizei ist sauschnell hier.» Damit das richtig greift, brauche es aber nicht nur Polizeipatroullien, sondern die Experten der Jugendpolizei, sagt Major Peter Kötter der Kantonspolizei Basel-Stadt. «Damit das längerfristig funktioniert, brauchen wir einen engen Kontakt zu den Jugendlichen und müssen länger dranbleiben.»

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