Auswandern? Diese 10 Dinge musst du wissen

Auswandern? Hejo! Aber wer es nicht clever einfädelt, bleibt am Ende frustriert daheim. Visum, Krankenkasse und andere böse Papiertiger können Zeit und Nerven fressen. Wir sagen dir, wie du sie bändigst.

Wenn jemand Ahnung hat vom Auswandern, dann ist das Sarah Mastantuoni. Sie hat ein Jahr in Brüssel gelebt und dort studiert, ist dann wieder in die Schweiz zurückgekehrt und ist mittlerweile Co-Direktorin der Auslandschweizer-Organisation. Sie weiss, wie der Traum vom Auswandern gelingen kann, wenn man es richtig angeht.

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Wer nach - sagen wir - Panama auswandern will, sollte das Land kennen. Eigentlich logisch. Es gibt Auswanderer, die sich auf das tolle Klima in der neuen Heimat freuen und nach drei Monaten genug von Sonne und Strand haben, sagt Sarah Mastantuoni. Darum: Kenne deine neue Heimat. Drei Wochen Ferien dort verbracht zu haben, reichen dir nicht für ein klares Bild.

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Je nach Land kann es schon mal zwei Jahre gehen, bis die Aufenthaltsbewilligung da ist. Darum ist es besser, du kümmerst dich früh genug drum.
Für Schweizer ist es im EU-Raum easy: Wer krankenversichert ist und beweisen kann, dass man dem Staat nicht auf der Tasche liegt, kann sich niederlassen, sagt Sarah Mastantuoni.

Für andere Länder ist es schwieriger. Wer zum Beispiel nach Australien will, muss einen Job haben. Und nur weil man vegan isst, bekommt man auch keine Green Card für die USA.

Viel einfacher sieht es aus, wenn du einen Schatz am neuen Ort hast, also verheiratet bist. Für manche Länder reicht auch eine Partnerschaft, die über einen bestimmten Zeitraum dauert.

Am besten Auskunft geben können die Konsulate der jeweiligen Länder.

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Je nachdem musst du Dokumente übersetzen, wie etwa dein Arbeitszeugnis oder dein Diplom - und vielleicht willst du den internationalen Führerschein beantragen. Das kostet Geld.

Auch wenn du deine liebsten Sachen mitnehmen willst, kostet das was. Mehr dazu findest du unter Punkt 5.

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Praktikum? Voilà: Die Schweiz hat mit 13 Ländern ein Stagiairesabkommen geschlossen, darunter sind Länder wie Argentinien, Neuseeland, Japan oder Chile. Ziel: Den Jungen die Chance geben, um im Ausland die beruflichen und sprachlichen Skills zu erweitern. Hier gibt es mehr Infos dazu.

Wer im Ausland arbeiten will, braucht für die meisten Länder eine Arbeitsbewilligung und somit auch einen Arbeitsvertrag. Grosse Firmen inserieren auch in Schweizer Medien ihre freien Stellen. Und dere Bund hilft auch: Freie stellen werden online publiziert - auch solche im Ausland. Hier erfährst du mehr.

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Was passiert mit deiner Katze, der Plattensammlung und deinem Velo? Wenn du deinen ganzen Hausrat mitnehmen willst, geht das zollfrei, wenn es für den Eigengebrauch ist, sagt Sarah Mastantuoni.

Alles mitschleppen lohnt sich aber nicht immer. Wenn du nur ein, zwei Jahre weggehst und dann wieder heimkommst, kann es je nach dem günstiger kommen, wenn du dich am neuen Ort bei einem günstigen schwedischen Möbelmacher neu eindeckst.

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Du hast ein Schwedisch für Dummies? Cool! Damit kommst du bis zum nächsten Café. Wer die Sprache nicht spricht, schneidet sich selber ab. Vom Studium. Vom Job. Von neuen Freunden am neuen Ort. David kann davon ein Lied singen.

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Die Auslandschweizer-Organisation sagt es klipp und klar: «Wer militärische Pflichten verletzt, macht sich strafbar.»

Wer also länger als 12 Monate ins Ausland will, muss beim Kreiskommando das ok einholen oder anders gesagt Auslandurlaub beantragen. Das Gesuch muss in der Regel zwei Monate vor der Abreise beim Kreiskommando eingereicht werden. Hier gibt es weitere Informationen der Schweizer Armee zum Thema.

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Versicherungskram ist nervig. Aber wenn du einen Unfall hast, bist du trotzdem froh drum. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, sagt Sarah Mastantuoni:

  • Dein Geschäft schickt dich ins Ausland. Dann bleibst du in der Schweiz versichert.
  • Du gehst auf eigene Faust ins Ausland. Dann musst du dich selber drum kümmern.
  • Du bist schon pensioniert. Dann gibt es die Möglichkeit, in der Schweiz versichert zu bleiben.

Je nach dem ist der Standard im Ausland nicht so, wie du es dir in der Schweiz gewohnt bist. Die Internationale Krankenversicherung kann eine Möglichkeit sein, wenn du an gewissen Standards festhalten willst.

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Wenn du einen Schweizer Pass hast und mindestens ein Jahr lang AHV eingezahlt hast, hast du Anspruch auf Rente, egal, wo du lebst.

Wenn du keine Lücken in der Altersvorsorge willst, dann lohnt es sich, freiwillig weiterhin in die AHV einzuzahlen, auch wenn du die Schweiz verlässt. Ein Jahr lang nicht zahlen reicht, um später weniger Rente zu bekommen. Allerdings geht das mit dem freiwillig einzahlen nicht, wenn du in einem EU oder EFTA-Land ( Liechtenstein
Island, Norwegen) lebst, sagt Sarah Mastantuoni.

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Schweizer, die ihre Heimat verlassen, müssen sich in ihrer Gemeinde abmelden. Dafür musst du auch keine Versicherungsleistungen oder eben Steuern mehr zahlen in der Schweiz.

Wer sich als Schweizer im Ausland bei einer Schweizer Vertretung einschreibt, wird auch über das politische Geschehen informiert - und kann brieflich an Wahlen und Abstimmungen teilnehmen. Hier gibt es weitere Infos zum Thema.

PS: Juhu, du musst keine Steuern mehr zahlen, emel in der Schweiz! Ausser, du besitzt ein Haus oder hast Wertpapiere. Hier erfährst du mehr dazu.