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Kompass Wenn das Smartphone zur Sucht wird

Einen Alltag ohne Handy können sich die meisten nicht mehr vorstellen. Was aber, wenn man regelrecht abhängig davon wird? Wir haben ein paar Tipps für dich, wie du von deinem Handy loskommen kannst.

Uhr, Wecker, Fahrplan, Spielzeug, Telefon, Strassenkarte, Radio, Lexikon, Kamera – das Smartphone ist alles in einem. Darum ist es für die meisten auch kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken. Für manche kann es sogar zu einer richtigen Sucht werden.

Aber nur, weil jemand beispielsweise mehrere Stunden am Tag das Smartphone nutzt, ist sie oder er noch nicht süchtig. Aus medizinischer Sicht braucht es einen entscheidenden Faktor, damit man als «süchtig» zählt: Es muss einen Schaden entstehen.

Eine Sucht hat einen gewissen Leidensdruck. Wenn Beziehungen, Job und Schule so sehr darunter leiden, dass ein Schaden entsteht, ist es eine Sucht und somit eine Krankheit.
Autor: Ines BodmerPsychotherapeutin

Weitere Kriterien, die auf eine Sucht hinweisen können sind beispielsweise Entzugserscheinungen. Wenn man immer mehr braucht, um den gewünschten Effekt zu bekommen und sich im Alltag alles nur noch darum dreht, sodass man an nichts anderes mehr denken kann – dann ist man abhängig davon.

Gemäss Psychotherapeutin Ines Bodmer kommt eine «reine» Handysucht allerdings relativ selten vor. Viel wahrscheinlicher sei es, dass jemand von einer spezifischen Anwendung abhängig ist, wie beispielsweise einem Game, einer sozialen Plattform oder dem Online-Shopping. Mit professioneller Hilfe, beispielsweise bei einem Therapeuten, kann man es schaffen, von dieser Sucht wegzukommen.

Fünf Tipps, um von deinem Smartphone loszukommen

Du denkst, dass du zu viel am Handy bist, aber (noch) nicht komplett abhängig davon? Dann versuche es mal mit einer handyfreien Auszeit oder ein paar einfachen Tipps:

1. Stell Push-Meldungen und Alarme aus

Je weniger du von deinem Handy hörst, desto weniger schaust du darauf. Nachrichten erinnern dich nämlich daran, auf das Handy zu schauen - es könnte ja etwas Wichtiges sein. Am besten also das Handy auf lautlos stellen oder zumindest die Nachrichten von einzelnen Apps deaktivieren.

2. Kauf dir Uhr und Wecker

Anstatt tagsüber aufs Handy zu schielen, um die Uhrzeit zu sehen, einfach eine Arbanduhr anziehen. Damit auch nachts das Handy ausser Reichweite bleiben kann, einen herkömmlichen Wecker auf den Nachttisch stellen. Wie wäre es mit einem richtigen Retro-Modell? Der hat keine Schlummertaste – aber die braucht es auch gar nicht, weil er so laut ist!

Wecker auf dem Nachttisch
Legende: Wenn du einen Wecker hast, kann das Smartphone ausserhalb des Schlafzimmers bleiben. PIXABAY

3. Zeitfresser löschen

Welche App brauchst du am meisten? Ist es ein Game oder eine soziale Plattform wie Instagram oder Facebook? Versuche, deinen grössten Zeitfresser zu finden und lösch die App. So hast du einen Grund weniger, zu deinem Smartphone zu greifen.

4. Vereinbare mit deinen Kollegen «handyfreie Zeiten»

Wenn die Leute in deinem Umfeld gewohnt sind, dass du immer innerhalb weniger Minuten auf eine SMS antwortest, könnten sie sich Sorgen machen, wenn sie plötzlich nichts mehr von dir hören. Darum: Vereinbart doch gemeinsam eine Zeit, in dem ihr alle euer Handy ausschaltet. So musst du dir auch keine Sorgen machen, dass du etwas verpassen könntest, da die anderen ja auch nicht erreichbar sind.

5. Professionelle Hilfe

Du merkst, dass dir der Umgang mit deinem Smartphone entgleist und du die Kontrolle darüber verlierst? Vielleicht leidet sogar dein Umfeld, dein Job, die Schule und du darunter? Dann wende dich an deinen Arzt, einen Psychotherapeuten oder an eine Suchtstelle, Link öffnet in einem neuen Fenster. Dort kriegst du professionelle Hilfe.

Apps, die Hilfe bieten

Es gibt Apps, die dir helfen wollen, deine Handynutzung einzuschränken Das klingt vielleicht paradox, kann aber teilweise tatsächlich helfen. Wir haben ein paar dieser Apps getestet.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Thomas Heimberg (tomfly)
    Zum Glück bin ich gegen diese Sucht völlig immun! Mir ist völlig unverständlich, dass sich jemandes Leben nur auf diesem dämlichen Bildschirmchen abspielt. Ich kenne keine App, die einen wirklichen Lebensmehrwert generiert. Woher ich das weiss? Beruflich wird mir, ob ich will oder nicht, ein Smartphone zur Verfügung gestellt. Erfahrung: Dieses Ding spart nicht, sondern kostet Zeit. Soweit als möglich alle Apps deaktiviert. Die restlichen nerven mich nur. Privat: Ein 18 jähriges Nokia - reicht.
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