Schweizer kaufen alles online - nur kein Essen

Egal ob Kleider, Bücher oder Elektronikartikel: Herr und Frau Schweizer bestellen gerne bequem per Mausklick. Ausser Nahrungsmittel - für die gehen wir noch immer lieber im Laden vorbei. Onlineshopping ist im Trend - wo werden wir in Zukunft einkaufen?

Kundenbestellungen am «Black Friday» (= der vierte November in Amerika und Start des Weihnachtseinkaufs). Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dimensionen des Onlineshopping Kundenbestellungen am «Black Friday» (= der vierte November in Amerika und Start des Weihnachtseinkaufs). Reuters

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Wie und wo kaufst Du ein?

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Schnell die App checken, bevor man in den nächsten Laden geht, damit man auch ja weiss, ob man nicht zu viel zahlt. Einen Schuh anprobieren und ihn dann danach daheim online bestellen. Wir wollen das Beste zum günstigsten Preis und das so schnell wie möglich. Eine Studie des Forschungsinstituts GfK zeigt: 14 Prozent aller Non-Food-Einkäufe in der Schweiz wurden letztes Jahr online getätigt.

Das Geschäft der Zukunft

Wie sieht das Einkaufen in Zukunft aus? Dazu werden bereits jetzt unzählige Forschungen angestellt.

Ein Beispiel dafür liefert das Forschungszentrum für künstliche Intelligenz in Deutschland. Dort wird an einem extravaganten Shop-Modell der Zukunft geforscht, bei dem man bei jedem Einkauf digital vernetzt ist. Daten werden gesammelt und somit wird das persönliche Einkaufsverhalten optimiert:

  • Greift der Kunde nach Pasta, wird auf dem Bildschirm neben dem Regal das passende Rezept dazu eingeblendet.
  • Hält er sein Smartphone auf das Produkt, erhält er Informationen über Allergien und Rabatte.
  • Gezahlt wird an einer Kasse ohne Personal mit dem Autoschlüssel, der gleichzeitig auch Kreditkarte ist.
  • Stolpert er zuhause über eine Werbung und interessiert sich für ein Produkt, ist es mit einem Klick im digitalen Einkaufszettel erfasst.
  • Die Forscher gehen sogar soweit, dass sich der Kunde per Fingerabdruck im Geschäft registrieren kann und dann massgeschneiderte Informationen erhält.

Der Preis: Die Kunden werden immer mehr zum gläsernen Bürger und geben immer mehr intime Informationen über sich preis.

Schweizer kaufen alles online - nur kein Essen

Eine im März 2016 veröffentlichte Studie des Forschungsinstituts GfK besagt: Der Umsatz im Onlinehandel stieg im Jahr 2015 im Vorjahresvergleich um 500 Millionen Franken an.

ist Senior Researcher am GDI und untersucht gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Veränderungen (Schwerpunkte: Konsum, Handel und Mobilität.) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dr. Martina Kühne ist Senior Researcher am GDI und untersucht gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Veränderungen. GDI

Dieses Wachstum geschah allerdings hauptsächlich im Non-Food-Bereich. Vor allem Mode und Elektronikartikel werden gerne online gekauft.

Beim Essen dagegen gilt für viele Schweizer die Devise: man muss es anschauen und anfassen können. Der Online-Umsatz mit Lebensmitteln bleibt seit Jahren gleich.

Von allen gekauften Lebensmitteln werden in der Schweiz jährlich nur gerade 1.7% online erworben. Es gäbe noch Potenzial für die Online-Lebensmittelindustrie, sagt Forscherin Martina Kühne. Die Non-Food-Industrie hingegen, die boomt: «Auch Dinge, bei denen man früher gedacht hat: ‚Nein, das kaufe ich niemals online, da ich nicht weiss, ob es passt – Schuhe zum Beispiel – werden immer mehr online eingekauft. So wächst der Konsum in den meisten Segmenten stark an.»

«  Auch Dinge, bei denen man früher gedacht hat: "Nein, das kaufe ich niemals online, da ich nicht weiss, ob es passt", werden immer mehr online eingekauft. »

Hinzu kommt, dass viele Onlineshops einen gratis Rückversand anbieten. So macht es dann auch mal nichts, wenn man eine Hose eine Nummer zu klein kauft. Essen hingegen ist zum Zurückschicken weniger geeignet.