Otis Redding starb mit 26 bei einem Flugzeugabsturz und Sam Cooke wurde mit 33 erschossen. Zwei der grössten Soulstimmen verstummten in jungen Jahren und ich würde alles geben, diese beiden einmal live gehört zu haben.
Es ist der 19. Juni 2015 und ein junger, sympathischer Mann steigt aus einer Zeitmaschine, die er vor rund 60 Jahren bestiegen hatte. Leon Bridges ist der personifizierte klassische Soul aus den späten 50er- und frühen 60er-Jahren.
Mit seiner seidenen souligen, charismatischen, sanften und doch durchdringenden Stimme bringt der junge Texaner alles mit, um sich selbst mal in die Galerie der grossen Soulstars einzureihen.
Vom BlingBling-R'n'B der 90er zum stilvollen Soul der 60er
Früher wollte er zu Hip Hop tanzen und singen wie Usher, doch dann hat er seine Bestimmung gefunden und folgte mit der Stimme seinem Herzen. Leon Bridges kannte bis vor ein paar Jahren Sam Cookes Musik gar nicht. Erst als er seine ersten Songs im Stil der alten Soulgrösse aufnahm, und ihn alle fragten, ob den Sam Cooke sein grosses Vorbild wäre, hörte er sich mal dessen Platten an und stellte fest: Ja, das ist genau meine Musik.
Leon Bridges singt aber nicht nur den alten Soul, er verkörpert den alten Soul: Von den tollen schwarz/weiss Fotografien seines Instagram-Accounts über seine schlichten, unprätentiösen YouTube-Clips bis hin zu seiner Garderobe, die aussieht, als hätte er sich beim Kleiderschrank seines Grossvaters bedient.