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Roboter vs. Luca
Legende: Roboter (links) vs. Maschine (rechts) SRF
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Musikplus Mensch vs. Maschine: Wer empfiehlt den besseren Sound?

Wer macht die besseren Vorschläge, wenn es darum geht, neue Musik zu entdecken? Der Algorithmus eines Musikportals oder ein Mensch? Wir machen die Probe und lassen den Computer gegen den Mensch (in Form von SRF-Virus-Moderator Luca Bruno) antreten.

I ♥ Algorithmus

Im Netz gibt es Musik. Sehr viel Musik. Oder anders gesagt: genug Songs, um komplett die Übersicht zu verlieren.

Darum bin ich Fan von Algorithmen. Ich liebe beispielsweise die wöchentliche Playlist des Streamingportals Spotify. Da werden dem Nutzer jede Woche 30 Songs vorgeschlagen, die gefallen könnten. Spotify orientiert sich dabei hauptsächlich an drei Punkten:

  • Algorithmen: Songs werden von Tempo bis Tonart komplett durchanalysiert. Nur beim Text hat der Computer Mühe, weil zu komplex.
  • Meinungsmacher: Welche Künstler geben in Blogs und News zu reden? Lassen sich diese Künstler an ein Genre knüpfen - und gibt es Songs, die ähnlich klingen?
  • Deine Freunde: Dein bester Freund hört 10 Künstler, du kennst aber nur 9 davon? Dann schlägt dir Spotify den 10. vor.
Reena mit bösem Blick
Legende: Reena geht davon aus, dass Luca Bruno den Kampf verlieren wird. SRF

Spotify trifft meinen Musikgeschmack ziemlich gut. Ich staune immer wieder, was mir der Computer zum Entdecken vorschlägt, das mich begeistert.

Das Streamingportal hat aber auch seine Tücken: Der Computer kann nicht unterscheiden, was ich wirklich toll finde und welche Songs ich aus einem anderen Grund anklicke. Höre ich zum Putzen drei Mal hintereinander eine 90ies-Hip-Hop-Playlist, heisst das noch lange nicht, dass ich nur noch solche Musik hören will.

Wer ist dieser Luca B. und hat er eine Chance gegen den Computer?

Luca Bruno in Kampfposition
Legende: Wird Luca Bruno den Kampf gewinnen? SRF

Hat der Mensch eine Chance gegen die Maschine? Mein Radiogspänli und - wie ich finde - wandelndes Musiklexikon Luca Bruno hat mich mit Fragen zu meinem Musikgeschmack gelöchert und ist dabei vor allem nach dem Ausschlussverfahren vorgegangen: Welches Genre geht gar nicht? Welches Instrument kannst du nicht ausstehen? Und so weiter. Dann ging er in sich, um eine Playlist zu erstellen. Was dabei herauskam, hat beide überrascht...

16 zu 15 - ein Punkt Unterschied: Der Mensch gewinnt!

Luca hat mir zu jedem Song eine persönliche Empfehlung mitgegeben. Das schafft keine Maschine - und für diese Empfehlungen gibt's von mir ein Herzli mit Schleife! Hier zum Beispiel seine Empfehlung zum türkischen Sänger Özdemir Erdoğan:

Da ich dich als eine Person einschätze, die ein offenes Ohr für Musik aus aller Welt hat – und zwar wirklich aus ALLER Welt... ganz ehrlich: Wie viel türkische Musik kennst du? Bin vor kurzem auf diese türkische Psych-Pop-Platte aus den 70er gestossen. Der Hammer!

Die Rangliste

So geht die Rechnung: Luca hat mir fünf Songs empfohlen. Denen gegenüber stelle ich die ersten 5 Songs der Empfehlungen von Spotify. Pro Song habe ich maximal 5 Punkte verteilt.

Lucas Punkte:

  • tUnE-yArDs «Bizness»: 4 Punkte. Die Frau hat eine geile Stimme und crazy Beats am Start!
  • THEESatisfaction «QueenS»: 0 Punkte. Boooring...
  • Martin Courtney «Vestiges»: 3 Punkte. Hübsch, aber ganz so fest packt er mich nicht.
  • Phonique feat. Erlend Øye «For the Time Being»: 4 Punkte. I liebe Erlend Øye, diesen Song hab ich aber nicht gekannt.
  • Özdemir Erdoğan «Gurbet»: 5 Punkte. Ich liebe türkische Sounds, kannte aber bisher nur Tarkan - und der zählt nicht.
  • Total: 16 Punkte

Spotifys Punkte:

  • The Animals «Cheating»: 4 Punkte. Ich dachte, bei denen tönt alles nach Lagerfeuermusik. Stimmt gar nicht.
  • Balla Et Ses Balladins «Paulette»: 1 Punkt. Najaaaa... Etwas zu ethno.
  • The Roots «Come Together (feat. Zion)» 2 Punkte. Ok, aber dann doch lieber das Original.
  • Badly Drawn Boy «Once Around The Blog»: 4 Punkte. Niceness!
  • LCD Soundsystem «Home»: 4 Punkte. Ich drifte weg und das find ich geil.
  • Total: 15 Punkte

Willst du auch eine für dich massgeschneiderte Playlist von Luca?

Dann schreibe, Link öffnet in einem neuen Fenster uns - und er schliesst sich in sein Musik-Kämmerlein ein und schlägt dir 5 Songs vor. Ich kann es nur empfehlen!

Was er von dir wissen muss (du kannst ihm auch gerne mehr verraten):

  • Welches Genre geht für dich gar nicht?
  • Hast du für irgendein Instrument besonders viel Hass?
  • Eher Frauen- oder Männerstimmen?
  • Geht irgendeine Sprache gar nicht?
  • Deine 5 mehr oder weniger aktuellen Lieblingssongs

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3 Kommentare

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  • Kommentar von ben i sabbah , schaffhausen / bangkok
    (Fortsetzung) ...und bin so immer über unerwartetes gestolpert, das dir ein 'Algo' nie aus der Millionenflut an Tracks rauszaubern würde. Ausserdem, tausende Konzerte besucht, später (when the good ol'days of recordstores are gone) halt im Netz stöbern. Nein, nicht 'Youtube' oder 'Spotify', denn dort bleibt, was nicht schon 1000 Klicks generiert hat, für Empfehlungen für ewig verborgen. 'Discogs', 'Bandcamp' 'Soundcloud', Newsletters von alternative stores. etc. selber suchen, selber jagen
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  • Kommentar von ben i sabbah , schaffhausen / bangkok
    Sind wir jetzt so weit, dass wir unseren Musikgeschmack von einem Algorithmus definieren lassen? Ich persönlich finde das bedenklich, lassen wir uns doch so kaum auf neues, unbekanntes Terrain ein. Früher verbrachte ich Stunden, Tage in Plattenläden und durchforstete die Regale, mal reinhören, mal einfach intuitiv zuschlagen, und hab so meinen Horizont mehr oder weniger beschränkt auf Rockmusik, total geöffnet für World, Jazz, Freejazz, Elektronika, Klassik etc bis die Genregrenzen verschwammen.
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  • Kommentar von Walter Frick , Visp
    Ich geh mal davon aus, dass das wandelnde Musiklexikon seine "Tipps" ja auch von irgendeiner Internetmaschine hat. Somit gewinnt die Maschine.
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