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Rehmann Nik (24) leidet an einer Angststörung

Panikattacken, Angstphobie, Sozialphobie oder Platzangst: Diese Dinge machen Niks Alltag zum Albtraum. Um sein Leben trotzdem lebenswert zu machen und sich nicht in der Einsamkeit zu isolieren, versucht er gegen seine Angst anzukämpfen. Im Gespräch mit Robin Rehmann erzählt er davon.

Als sich Nik mit 15 Jahren mit einem Mädchen fürs Kino verabredet und sich nach wenigen Minuten im Kinosaal vor Nervosität übergeben muss, merkt er, dass bei ihm etwas nicht stimmt. In Situationen, in welchen andere einfach nervös sind, fühlt sich Nik derart unwohl, dass er unter grosser Angst leidet.

In einem vollen Bus muss ich mich innert kürzester Zeit übergeben.

Seit diesem Erlebnis wird die Angst immer grösser und weitet sich auf die alltäglichsten Situationen aus. Nik hat Angst Auto zu fahren, im ÖV unterwegs zu sein, beim Arbeiten zu versagen oder sich mit Mädchen zu treffen. Im Zentrum steht bei ihm jeweils die grosse Angst zu versagen und nicht den Ansprüchen zu genügen. Die Angst löst bei Nik starke Übelkeit aus - die nicht selten dazu führt, dass er sich übergeben muss. Auch vom Übergeben in der Öffentlichkeit hat Nik grosse Angst.

Dadurch muss Nik auf vieles verzichten, versucht sich aber trotzdem nicht vollständig abzukapseln. Als Sänger der Band Useless, Link öffnet in einem neuen Fenster und seinem Projekt King Contradiction, Link öffnet in einem neuen Fenster schafft er es, auf die Bühne zu stehen und seine Angst zu überwinden. Zudem ist er seit einiger Zeit in psychologischer Behandlung und nimmt Medikamente, um seine Angst einzudämmen.

Mein Traum ist es, eines Tages eine Familie zu gründen. Doch eine Beziehung zu führen ist für mich nicht einfach, da ich immer Angst habe, nicht zu genügen.

Frauen kennenzulernen ist für Nik nicht einfach - auch da leidet er unter der Angst, wegen seiner Nervosität erbrechen zu müssen. Kommt es doch zu einer Beziehung, löst Nik diese oft nach einigen Monaten selber wieder auf, weil er Angst hat, den Ansprüchen seiner Partnerin nicht zu genügen. Sein Traum ist es, bald ein Leben ohne stetige Angst zu führen. Zudem wünscht er sich, irgendwann eine Familie zu gründen.

Wie geht es Nik heute?

«Es geht mir nicht wirklich besser», erzählt Nik am Telefon. Jedoch versucht er - aktiver denn je - seine Krankheit anzugehen. Zurzeit versucht er gerade eine chinesische Therapie mit Akupunktur und Lichttherapie. Zudem möchte er auch mit einem Spitex-Psychologen auf die Strasse gehen, um seinen Ängsten direkt ins Gesicht zu blicken.

Die Reaktionen auf Niks Geschichte waren enorm: Er erhielt über 100 Mails.

Es hat mir Mut gemacht und Kraft gegeben, dass ich soviel positives Feedback bekommen habe. Ich möchte nun weiter an mir arbeiten.

Zudem half es ihm zu sehen, dass er nicht alleine ist und dass er anderen helfen konnte, denn: Viele Betroffene haben durch Nik den Mut gefunden, selbst ihre Probleme anzugehen.

S.O.S. (Sick Of Silence)

S.O.S. (Sick Of Silence)

Hier kannst du die Sendung als Podcast abonnieren, hier geht's zum iTunes-Link.

Wie sieht das Leben junger Menschen aus, nachdem es durch eine chronische Krankheit ausgebremst wurde? Robin Rehmann leidet selbst an einer chronischen Krankheit und unterhält sich in seiner Sendung mit Betroffenen.

Jeden Mittwoch, 19 - 20 Uhr bei SRF Virus.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Schwarz, Schaffhausen
    Format finde ich spannend. Aber dieses pubertäre Gespräch zum Thema Angst hat das Ziel zu informieren verfehlt. Voll von Deutungsfanatismus, Laienwissen welches als Fachwissen verkauft wird. Die Angsterkrankung von Nik zeigt sich nicht in seinen geschilderten Symptomen, sondern darin wie er diese erzählt. Der Teil bei welchem Moderator und Nik klischeehaft dem Alkohol nachtrauern ist dafür besonders bezeichnend. Ich freue mich schon auf das nächste Gespräch mit einem chronischen Alkoholiker.
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    1. Antwort von SRF Virus
      Lieber Peter Herzlichen Dank für dein Feedback. Es freut uns, dass du das Format spannend findest. Das Format hat nicht den Anspruch Fachwissen zu vermitteln, sondern soll ein lockeres Gespräch zwischen Moderator und Gast sein. Robin Rehmann ist weder Psychologe noch Fachexperte sondern ganz einfach Gesprächspartner.
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    2. Antwort von Oliver Meier, Höngg
      Sie freuen sich also schon auf das nächste Gespräch? Also freuen sie sich schon wider den nächsten zu kritisieren. Was für ein Problem haben den sie Herr Schwarz???
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  • Kommentar von Jan.T, Schweiz
    Respekt ;) Wahrscheinlich gibt es tausende von Personen in der Schweiz, welche Angst haben den Anforderungen nicht zu genügen. Vermutlich ein Nebenprodukt unserer Leistungsgesellschaft, wie auch des Internets. Jedoch können viele ihre psychische Situation einigermassen gut in ihren Alltag integrieren und leiden glücklicherweise nicht an solch starken Symptomen wie Nick.
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  • Kommentar von Lars Rieche, Zollikerberg
    Schön werden hier Themen angesprochen die sonst Tabu sind, über die man eigentlich nur hinter vorgehaltener Hand spricht, die man zu hause in den eigenen vier Wänden bespricht. Es ist nicht immer alles Sonnenschein. Das Leben hat auch Schattenseiten. Macht bitte weiter so!!! Es braucht mehr so Leute wie Rehmann. Robin du hilfst damit sicher vielen Leuten und gibst den Menschen eine Stimme!!!! Weiter so! Danke dafür!!!
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