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Rehmann «Ich ekle mich vor mir selbst!»

Amanda (37) leidet unter Lipödem und Fibromyalgie – das bedeutet konstante Schmerzen. Neben ihren zahlreichen Beschwerden ekelt sie sich zudem vor ihrem eigenen Körper. Sie erzählt von ihrem alltäglichen Kampf.

In der Pubertät merkt Amanda, dass ihre Beine etwas dicker sind als die ihrer Kolleginnen. Zuerst denkt sie einfach, dass sie weniger essen und mehr Sport machen muss.

Als sie aber merkt, dass sich nichts verändert, fängt sie mit heftigen Diäten an und beginnt intensiv zu trainieren. Bis zur totalen Erschöpfung.

Sie entschliesst sich, zum Arzt zu gehen, wird aber zuerst nicht ernst genommen. Sie wird von einem Arzt zum Nächsten geschickt, bis sie mit 21 Jahren endlich eine Diagnose erhält: Sie leidet an Lipödem.

Lipödem

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Das Lipödem ist eine chronische und meist fortschreitende Fettverteilungsströrung, die ausschliesslich bei Frauen vorkommt. Das Fettgewebe der Unterhaut an beiden Beinen nimmt zu und lagert Wasser ein. Zusätzlich bestehen Schmerzen und Druckempfindlichkeit.

Ich finde mich selbst nicht schön.

Wegen dem Lipödem entwickelt Amanda ein schlechtes Verhältnis zu ihrem Körper, sie hat bis heute noch Schamgefühle. Auch vor ihrer Schwester traut sie sich kaum, ihre Beine zu zeigen. Da denkt sich Amanda: «Sorry, dass du das sehen musst!»

Zusätzlich leidet Amanda noch an Fibromyalgie, einer Schmerzerkrankung. Die Betroffenen leiden an chronischen Muskelschmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen und weiteren Beschwerden. Leider ist die Erkrankung bis heute kaum erforscht.

Die Kombination von Lipödem und Fibromyalgie bedeutet für Amanda vor allem konstante Schmerzen.

Amanda muss auf vieles verzichten

Ihre Symptome schränken Amanda nicht nur in ihrem Alltag ein, sondern sie musste schwierige Entscheidungen über ihre Zukunft treffen.

Zum Beispiel kann sie sich gar nicht vorstellen, einen Partner zu haben. «Das würde für mich nur Stress bedeuten», so Amanda. Der Druck, mit dem Partner immer was unternehmen zu müssen, auch nur die simpelsten Sachen, wie am Abend ins Restaurant zu gehen, ist für sie eine Belastung.

Und auch bei der Kinderplanung ist sie zurückhaltend.

Ein Kind zu bekommen ist ein Traum. Realistisch ist er nicht.

Sie glaubt, dass ihre Schmerzen im Winter so extrem sind, dass sie ein Baby gar nicht halten könnte. Sie versucht jedoch so viel Zeit wie möglich mit ihrer Nichte und ihrem Neffen zu verbringen.

Liposuktion: Ihre Lösung?

Amanda ist der Meinung, dass die komplexe Liposuktion, eine sehr invasive Operation, eine deutliche Verbesserung bedeuten würde. Ihr ist bewusst, dass die Liposuktion nicht die Lösung aller ihrer Probleme ist, aber es wäre ein Anfang.

Wenn Leute ihr sagen, dass sie sich akzeptieren soll, nervt es Amanda: «Obwohl es lieb gemeint ist, können sie meinen Schmerz und meine Lage nicht verstehen.» Wenn sie sich jetzt so akzepziert, wie sie ist, hat sie den Eindruck, aufgegeben zu haben.

«Ich bin eine Kämpferin», erklärt Amanda. Sie will sich selbst nicht aufgeben und weiterkämpfen, bis sich ihre Lage verbessert.

S.O.S. – Sick of Silence

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S.O.S. – Sick of Silence

Wie sieht das Leben junger Menschen aus, nachdem es durch eine chronische Krankheit ausgebremst wurde? Robin Rehmann leidet selbst an einer chronischen Krankheit und unterhält sich in seiner Sendung mit Betroffenen.

Jeden Dienstag, 18-19 Uhr bei SRF Virus oder hier als Podcast.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Nadja Kohler  (Soulfly90)
    Ich leide auch an lipödem (stadium 2), fibromyalgie und hatte ein burnout. Ich schäme mich aich für meine beine gehe aber trotzdem ab und zu schwimmen. Leider kann ich mir die liposuction auch nicht leisten. Doch nach meiner schwangerschaft habe ich kein bedürfnis auf kompressionsstrümpfe und fibroschübe habe ich auch keine im moment.
    Danke für deine offene art. Und bleib stark!
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Es macht schon traurig eine so Junge und hübsche Frau so leiden zu sehen!
    Und relativiert die eigenen "Bobolbolis" gewaltig!
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  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    An die Direktion +den Ombudsmann des SRF: Mit solchen Beitrags-Überschriften macht man leidende Menschen noch ganz fertig. Wo bleibt eigentlich der Respekt +der Anstand bei ihren Angestellten? Solchen Beitragsschreiber müssten sofort gekündigt werden und die Aufsicht des SRF müsste "immer" Kontrollen durchführen, damit solches nicht geschieht.Da würde ich doch sagen, lieber "verlumpt" SRF als dass man Beiträge benutzt mit Sensationen und "blutdürstigen" Titeln dieses Medium aufrecht zu erhalten.
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    1. Antwort von SRF Virus (SRF)
      Wir lassen die Titel jeweils immer von den betroffenen Personen abnehmen und stellen so sicher, dass sich die Protagonist*innen nicht angegriffen fühlen.
    2. Antwort von M. Roe  (M. Roe)
      SRF Virus: Wenn das der einzige Weg von SRF ist, Menschen darzustellen, sollte dieser Sender zu machen. Denn was Sie schreiben bezahlt auch noch die Bevölkerung und unterstützt solche verachtende Überschriften und Beiträge sicher nicht freiwillig. Es ist wahrscheinlich das einzige Mittel für Betroffene, überhaupt angehört zu werden. Wenn wir so weit sind, ist unsere Schweizer-Kultur am Ende! Lassen Sie das besser von einem ehrlichen Psychologen überprüfen, als von einem elektronischen "Virus".