Was die Generation Y von einem 89-Jährigen lernen kann

Hmmm... Ein Praktikum auf einer Schildkrötenfarm oder doch ein Buch schreiben? Oder vielleicht mit der Band auf Tour gehen? Der Generation Y stehen viele Wege offen, nur fällt es ihr schwer, sich für einen Weg zu entscheiden. Darum lohnt es sich, diesem alten Mann zuzuhören.

Werni Egli zu Gast in der Sendung «Rehmann» Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Werni Egli bei «Rehmann» SRF

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Werni Egli ist 89 Jahre alt, lebt im Altersheim und spricht in unserer Talkshow «Rehmann» über die Generation Y. Vor lauter Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung wissen die 24- bis 37-Jährigen gar nicht mehr, was sie eigentlich machen sollen.

Als Werni 30 war, standen ihm auch plötzlich alle Wege offen. Nur war damals alles anders, als es heute ist.

«  Das war eine der besten Zeiten meines Lebens. Der Krieg war fertig, wir mussten keine Angst mehr haben. Wir brauchten keine Rationierungs-Märkli mehr und konnten Essen, was wir wollten. Und ganz wichtig: Wir konnten wieder ins Ausland. Wir konnten wieder Reisen und mussten nicht mehr daheim bleiben. »

Die Redensart «alle Wege stehen offen» hatte in der Generation von Werni eine ganz andere Bedeutung. Dagegen sind die Sorgen der Generation Y, die sich die Zeit nehmen kann für ihre Träume und sich den Luxus leisten kann, diese zu verwirklichen, First World Problems. Aber Sorgen sind Sorgen, Werni hat Verständnis dafür und hat einen Tipp für die unter uns, die von Projekt zu Projekt hasten und sich dabei selber verlieren:

«  Macht einen Halt und nehmt euch die Zeit zu überlegen, wie ihr weitermachen wollt. Nicht einfach immer weiter und schneller und komplizierter, nehmt euch die Zeit, euch selber kennenzulernen. Das habe ich in meinem Leben ein paar Mal gemacht und es hat mir gut getan. »

Das ist vermutlich einfacher gesagt, als umgesetzt. Aber allemal einen Versuch wert.

Hier geht's zur ganzen Sendung «Rehmann und die Generationen»: Werni Egli war der älteste in der Runde, die 12-jährige Sara die jüngste: