Best-of 2016: Die 16 besten TV-Serien des Jahres

Keine Lust auf Familienstreit beim Weihnachtsessen? Dann verkriech dich in eine stille Ecke und lass dich von unserer Liste der besten TV-Serien des Jahres inspirieren. Die unzähligen Highlights vom Serienjahr 2016 kannst du bis Silvester locker nachholen und bingen.

«Stranger Things», «Westworld», «Fleabag», «BoJack Horseman» Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Liefen bei uns in Endlosschlaufe: «Stranger Things», «Westworld», «Fleabag», «BoJack Horseman» (im Uhrzeigersinn) SRF

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Die Welt der TV-Serien wird nicht nur von Jahr zu Jahr besser, sie wird auch immer wie fragmentierter. Vor etwa zehn Jahren konnte man die Top-Serien eines jeweiligen Jahres noch an einer Hand abzählen («LOST», «Arrested Development», «Mad Men» und wie sie alle hiessen), heute ist das nicht mehr möglich.

Mittlerweile gibt es nämlich so viele Serien und so viele unterschiedliche Serienquellen und Streamingdienste, dass es praktisch unmöglich ist, die vollständige Übersicht zu behalten. Jede Liste der besten Serien des Jahres wird also von Jahr zu Jahr subjektiver.

So könnte man wahrscheinlich locker mehrere Listen mit 16 anderen Serien zusammenstellen, die schlussendlich auf dem genau gleichen Qualitätslevel wären, wie die hier unten aufgeführte Liste. Wirklich sicher ist also nur etwas: 2016 war wieder einmal ein fantastisches Serienjahr.

(Noch ein Wort zur Auswahl: nur gescriptete Serien waren teilnahmeberechtigt. Das heisst: keine Reality-Serien, keine Dokuserien – da könnte man wohl eine ebenso lange separate Liste führen *hust* «Chef's Table», «Last Chance U» etc. –, keine Talkshows.)

16. «Westworld»

Die Serie in 140 Zeichen: In einem futuristischen, utopischen Vergnügungspark vergnügen sich Besucher mit menschenähnlichen Robotern. Stellt sich bloss die Frage: Wer ist Mensch? Und wer ist ein Roboter? Drama. [Trailer zu Season 1]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Rein qualitativ gab es dieses Jahr garantiert 16 bessere Serien als «Westworld». Aber kaum eine war so aufregend und hat mit einer grösseren Kelle angerührt als «Westworld». Nebst «Game of Thrones» war die Serie dementsprechend auch Mittelpunkt aller Internet-Diskussionen und -Rätseleien.

Und auch wenn «Westworld» gewisse Schwächen in der Story und in den Dialogen hatte, am Schluss überwiegte das Positive. Und jede Woche eine Dosis Anthony Hopkins auf dem Bildschirm zuhause zu sehen, war auch ziemlich cool.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «Mr. Robot», «Game of Thrones», «Sense8»

15. «Better Things»

Die Serie in 140 Zeichen: Die Abenteuer einer alleinerziehenden Mutter und ihren drei Kindern. Comedy? [Trailer zu Season 1]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Semi-autobiographische TV-Serien liegen momentan voll im Trend und «Better Things» ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wie und warum diese Art von Serien erfolgreich sein kann. So sind die Geschichten, welche diese Serien erzählen, zwar oftmals klein und hyperspezifisch, wirken aber gerade darum echt und nachvollziehbar.

Jede Episode stammt aus der Feder von Hauptdarstellerin Pamela Adlon und ihrem Autorenpartner Louis C.K..

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «Atlanta», «One Mississippi»

14. «Rectify»

Die Serie in 140 Zeichen: Nach 18 Jahren Gefängnis wird Daniel Holden aufgrund eines Formfehlers aus der Todeszelle entlassen. Hat er wirklich vor 18 Jahren einen Mord begangen? Oder ist er unschuldig? Drama. [Trailer zu Season 4]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Der Beschreibung nach könnte man hier einen nervenaufreibenden Thriller erwarten. Die Wahrheit könnte davon jedoch nicht weiter entfernt sein. Denn «Rectify» war auch dieses Jahr wieder die ruhigste und meditativste TV-Serie.

Wie schon in früheren Staffeln kümmert sich die Story hier weniger um die Frage «War Daniel ein Mörder?», sondern eher um «Was richten 18 Jahre Einzelhaft mit der Psyche einer Person aus?». Die soeben zu Ende gegangene vierte Staffel war ein würdiges und packendes letztes Kapitel dieser tollen Serie.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «Enlightened», «The Path»

13. «Atlanta»

Die Serie in 140 Zeichen: College-Abbrecher Earn wohnt in Atlanta und versucht dort sein Glück als Manager eines semi-erfolgreichen Rappers. Comedy? [Trailer zu Season 1]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Die überraschendste Serie des Jahres. Wortwörtlich. Denn Woche für Woche wusste man nicht, was einem Serienautor und Hauptdarsteller Donald Glover (übrigens demnächst auch bei «Star Wars» zu sehen!) als nächstes auftischen würde.

Lustig, tragisch und wunderschön gefilmt: «Atlanta» war alles – und gleichzeitig ein faszinierender und oftmals unerwarteter Einblick in eine Welt, die in der Popkultur nach wie vor zu kurz kommt.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «Insecure»

12. «Transparent»

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Die Serie in 140 Zeichen: Im Alter von 70 Jahren entscheidet sich der pensionierte College-Professor und dreifache Familienvater Mort für eine Geschlechtsumwandlung. Eigentlich Comedy, aber let's be real: Drama. [Trailer zu Season 3]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Hier verhält es sich ähnlich wie bei «Girls». Entweder man hält diese selbstverliebten, egoistischen Figuren aus – oder man wirft schon nach wenigen Minuten den Laptop aus dem Fenster.

Falls die Toleranzgrenze bei dir noch nicht überschritten sein sollte, wurdest du dieses Jahr besonders belohnt: die dritte Staffel dieser feinerzählten Tragikomödie war nämlich die bislang ausgewogenste und beste Staffel dieser Serie. (Stichwort: Schildkröte.)

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «Casual», «Divorce»

11. «Halt and Catch Fire»

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Die Serie in 140 Zeichen: Kalifornien, Mitte der 80er-Jahre: im Hotspot Silicon Valley beginnt die Computerbranche langsam aber sicher zu boomen. Mittendrin: Unsere Hauptfiguren Joe, Gordon, Donna, Cameron und ihre Internetfirmen. Drama. [Trailer zu Season 3]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Ein schönes Beispiel dafür, dass es sich auszahlen kann, bei einer mittelmässigen Serie dran zu bleiben. Die erste Staffel von «Halt and Catch Fire» war okay, die zweite richtig gut – aber die dieses Jahr ausgestrahlte dritte Staffel war jetzt ziemlich grossartig.

Eine jener raren Serien, in denen man wirklich ALLEN Figuren nur das absolut Beste wünscht und auf ein Happy End für alle Involvierten hofft. Nächstes Jahr folgt die vierte und letzte Staffel.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «The Americans», «Deutschland 83»

10. «The Girlfriend Experience»

Die Serie in 140 Zeichen: Anstatt ihr Studium zu beenden, entscheidet sich Jus-Studentin Christine dazu, fortan als High-end-Escort zu arbeiten. Drama. [Trailer für Season 1]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Das Genre des Erotikthrillers ist mittlerweile fast gänzlich aus unseren Kinos verschwunden. Leider. Glücklicherweise springt jetzt das Fernsehen in diese Bresche: Ja, in «The Girlfriend Experience» gibt es haufenweise nackte Haut zu sehen, das ist aber nur zweitrangig.

Schliesslich ist die Serie, die auf einem gleichnamigen Film von Steven Soderbergh basiert, weniger Softcore und eher ein extrem stylish gefilmter und äusserst spannender Thriller. Äusserst empfehlenswert.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: Ich wünschte, es gäbe etwas auch nur annähernd Vergleichbares.

9. «American Crime Story: The People v. O. J. Simpson»

Die Serie in 140 Zeichen: Dramatische Nacherzählung des wohl berühmtesten Mordfalls der letzten 25 Jahre. [Trailer für Season 1]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Wenn man bedenkt, wie unglaublich crazy die wahre Geschichte rund um O.J. Simpsons Mordprozess war, dann war es eigentlich fast unmöglich, eine dramatische Erzählung dieser folgenschweren Tat in den Sand zu setzen.

Und trotzdem ist diese 10-teilige, in sich abgeschlossene Miniserie viel viel mehr als nur ein einfaches «das ist passiert». So setzt «American Crime Story» den O.J.-Simpson-Mordprozess gekonnt in einen geschichtlichen und gesellschaftlichen Kontext. Besonders brillant: Das Ensemble, das seit ein paar Monaten völlig verdient sämtliche Schauspiel-Preise abräumt.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «Narcos»

8. «Veep»

Die Serie in 140 Zeichen: Politiker sind die unfähigsten Menschen der Welt. Comedy. [Trailer für Season 5]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Nicht überall wo heutzutage «Comedy» draufsteht, ist auch wirklich «Comedy» drin. Gottseidank gibt es «Veep», die definitiv lustigste Serie in dieser Liste.

Mit der fünften Staffel lief die Serie rund um die fiktive US-Vizepräsidentin Selina Meyer (die es mittlerweile zur Präsidentin geschafft hat) zu neuer Höchstform auf. Ein bitterböses Joke-Feuerwerk das seinesgleichen sucht.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «Silicon Valley», «Angie Tribeca», «Brooklyn Nine-Nine»

7. «Girls»

Die Serie in 140 Zeichen: Privilegierte und mehrheitlich unsymphatische Mittzwanziger kurz vor dem Erwachsensein. Comedy. Manchmal auch Drama. [Trailer für Season 5]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Die Comeback-Story des abgelaufenen Serienjahres. Ja, «Girls» war immer gut, aber schon lange nicht mehr so gut wie in der diesjährigen fünften Staffel.

Die vier New Yorker Freundinnen haben sich mittlerweile auseinandergelebt, dementsprechend fokussiert sich die Serie pro Episode nun eher auf einzelne Figuren, anstatt dass die vier Figuren ständig gemeinsame Abenteuer erleben müssen.

Schönstes Beispiel dafür: die grandiose Episode «The Panic In Central Park», welche eine Geschichte über Marnie und ihren Ex-Freund erzählt.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «Search Party», «Broad City», «Casual», «You're the Worst», «Love»

6. «The Night Of»

Die Serie in 140 Zeichen: Eine Verkettung unglücklicher (?) Zufälle führt dazu, dass der junge Naz eines Mordes bezichtigt wird. War er es? War er es nicht? Krimi. [Trailer für Season 1]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Wer durch diese Liste scrollt und dabei denkt «Alles schön und gut, aber für Serien habe ich einfach zu wenig Zeit», dem sei an dieser Stelle gesagt: Wenn du nur eine einzige TV-Episode des Jahres gesehen haben musst, dann die Pilotfolge von «The Night Of».

In dieser nervenaufreibenden und T-Shirt-durchnässenden Folge passiert ein Verbrechen, welches in den nächsten sieben Folgen aufgeklärt wird. Oder vielleicht auch nicht. Nicht alle Episoden dieser Serie waren auf dem Level der ersten Folge und trotzdem war «The Night Of» die beste Krimiserie des Jahres.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «True Detective» (Staffel 1), «Homeland»

5. «Stranger Things»

Die Serie in 140 Zeichen: Eine US-Kleinstadt in den 80er-Jahren. Plötzlich verschwindet der 12-jährige Will. Wo ist er? Hat sein Verschwinden einen übernatürlichen Hintergrund? Drama (das unheimlich viel Spass macht). [Trailer für Season 1]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: DER TV-Hype des Jahres. Und das völlig zurecht.

Ja, auch mit einigen Monaten Distanz sind wir uns nach wie vor nicht ganz sicher, ob das, was die Serienautoren mit «Stranger Things» da hingezaubert haben, nun liebevolle Spielberg & Stephen-King-Hommage war... oder eben doch dreister Diebstahl. Nur: Spielt das wirklich eine Rolle?

Denn keine andere Serie liess sich dieses Jahr so gut mittels Serienmarathon schauen, keine Serie erreichte so schnell Kultstatus. Das nächste Kapitel mit den vier supersympathischen Teenagern in den Hauptrollen kann auf alle Fälle nicht schnell genug kommen.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: Serien eher nicht. Dafür gibt's ein paar Filme, welche in diese Richtung gehen: «Super 8» zum Beispiel.

4. «High Maintenance»

Die Serie in 140 Zeichen: Marihuana-Dealer in New York und seine abstrusen und quirligen Kunden. Comedy. [Trailer für Season 1]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Ebenfalls hoch im Trend zurzeit: «Anthology»-Serien. Serien, die keine zusammenhängende Story erzählen, sondern von Episode zu Episode komplett neue Geschichten präsentieren, meist mit ebenso komplett neuen Charakteren.

Keine andere Serie hat dieses Jahr diesen Trend so gut umgesetzt wie «High Maintenance». Sechs lose zusammenhängende Stories, die New York und seine Bewohner von ihrer interessantesten Seite zeigen. Jeweils wunderschön gefilmt und die vierte Episode, erzählt aus der Sicht eines Hundes (!), war die wohl beste TV-Episode des Jahres.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «Easy», «Girls», «Difficult People»

3. «The Americans»

Die Serie in 140 Zeichen: Russisches Spionagepärchen lebt Undercover in den USA. Thriller. [Trailer für Season 4]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: «The Americans», auch bekannt als «dort wo man sexy Spionen zuschauen kann, wie es ihnen von Folge zu Folge miserabler geht» a.k.a. «Misery Porn», hat den Status als «eine der besten Serien dieses Jahrtausends» schon länger auf sicher.

Und trotzdem: Die dieses Jahr ausgestrahlte vierte Staffel war noch besser als die drei Staffeln zuvor. Es mag ja Leute geben, die nach Staffel 1 oder 2 aufgehört haben, weil ihnen das Erzähltempo der Serie zu langweilig war. Ein Fehler. Gebt der Serie nochmals eine Chance. Die Twists und Turns in dieser Staffel waren überraschend und an-den-Sessel-vor-dem-Fernseher-fesselnd. Grosse Klasse.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «Halt and Catch Fire», «Deutschland 83», «The Leftovers»

2. «Fleabag»

Die Serie in 140 Zeichen: Junge Londonerin müht sich mit ihrem Datingleben, ihrer Schwester, ihrem Vater und dem Verlust ihrer besten Freundin ab. [Szene aus Episode 1]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Hoch lebe Phoebe Waller-Bridge! Nicht nur, dass sie alle Episoden ihrer eigenen Serie «Fleabag» selbst geschrieben hat, sie liefert als Titelcharakter der Serie gleichzeitig auch eine der besten schauspielerischen Performances des Jahres ab.

«Fleabag» ist ein intimer, witziger, zum Teil aber auch herzzerreissender Einblick in das chaotische Leben einer ebenso chaotischen Britin. Must-See-TV.

«Schon gesehen! Was soll ich als nächstes schauen?»: «Master of None», «Catastrophe»

1. «Bojack Horseman»

Die Serie in 140 Zeichen: Depressiver Ex-Sitcom-Star fristet ein zielloses Dasein in Hollywood. [Trailer für Season 3]

Darum ist die Serie auf dieser Liste: Nein, das ist kein Witz. Die beste Serie des Jahres ist tatsächlich eine Zeichentrickserie mit einer Halb-Pferd/Halb-Mensch-Figur im Mittelpunkt.

«BoJack Horseman» räumt mit sämtlichen Klischees auf. Ja, animierte Serien sind nicht nur für Kinder und Bekiffte. Keine Angst: Es gibt Gags – und zwar haufenweise, aber gleichzeitig konfrontiert uns BoJack auch immer wieder mit den tiefsten Abgründen und innersten Ängsten unserer Seele. Dazu gingen alle Experimente, welche die Serie in der dritten Staffel wagte (z.B. eine wortlose «Lost in Translation»-Hommage), ebenfalls zu 100% auf.

«Schon gesehen! Was gibt's ähnliches?»: «Fleabag», «Mad Men», «The Leftovers»