«Captain Fantastic»: Aragorn ist jetzt ein Vollblut-Hippie

Schauspieler Viggo Mortensen pirscht in «Captain Fantastic» wieder durch die Wälder. Allerdings nicht als Aragorn aus «Lord of the Rings», sondern als Hippie-Vater von 6 Kindern. Der neue Film von Regisseur Matt Ross bietet die ideale Mischung zwischen Humor und Drama und geht ans Herz.

Ben und seine sechs Kinder leben in der Natur. Die Zivilisation ist weit weg, man ernährt sich von der Jagd. Man bildet sich selber, indem viel gelesen wird.

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Bildlegende: Viggo samt Anhang Impuls Pictures AG

Für diese Art von Lebensstil haben sich Ben und seine Frau Leslie vor Jahren entschieden. Ihre Kinder lieben es und möchten nicht anders aufwachsen.

Eine schwere Krankheit von Leslie rüttelt das idyllische Familienleben im Wald jedoch gehörig durcheinander. Die Mutter muss die Familie verlassen, um sich in einem Spital behandeln zu lassen. Währenddessen versucht Ben den Familienalltag weiterhin aufrechtzuerhalten, was sich jedoch als äusserst schwierig erweist...

«Method-Actor» Viggo Mortensen

Viggo Mortensen bereitet sich jeweils akribisch auf seine Filmrollen vor. Mortensen liebt es, in einer Figur zu versinken und die Grenzen zwischen sich selbst und dem fiktionalen Charakter verschwimmen zu lassen.

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Bildlegende: Viggo Mortensen a.k.a. «der Typ, der in der Öffentlichkeit immer seine Gitarre mit dabei hat». Yay? Impuls Pictures AG

So wurde er während den «Lord of the Rings»-Dreharbeiten von der Polizei angehalten, weil er sein Schwert überall dabei hatte. Auch beim Einkaufen.

Auch für «Captain Fantastic» zeigte Viggo wieder komplette Hingabe. Der Schauspieler begab sich bereits Monate vor Start der Dreharbeiten zum Set, half der Film-Crew beim Gestalten von Gärten mit und lebte sogar für längere Zeit direkt am Drehort.

Ein herrlich untypischer Ami-Film

Der Aufwand von Viggo hat sich gelohnt: Das Herzstück des Filmes ist ganz klar seine Performance im Zusammenspiel mit seinen Kindern. Diese naturverbundene Familie erwacht auf der Leinwand zum Leben. Authentisch, unverblümt und für einen amerikanischen Film sogar äusserst freizügig. Die Kinder dürfen Fluchen, die Kinder werden über Sex aufgeklärt, und wenn sie Wein probieren wollen, dann dürfen sie auch ein Glas davon trinken.

Dieser herrlich unkonformen Familie beim Zusammenleben zuzuschauen, macht enorm Spass. Die Geschichte über die kranke Mutter und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Familie, geht ans Herz. Der neue Film von Matt Ross dürfte ein Publikumsgarant werden.

«Captain Fantastic» bietet die ideale Mischung zwischen Humor und Drama, welche einem zuweilen nachdenklich stimmt, aber am Schluss trotzdem mit einem Lächeln aus dem Kino entlässt. 3.5 von 5 Punkten.

Captain Fantastic startet am 18. August in den Schweizer Kinos.