Eine der besten Serien des Jahres: Die HBO-Serie «Show Me a Hero»

Eine TV-Serie über Sozialwohnungsbau. Das mag zunächst nicht nach dem sexiesten Thema klingen. In der Hand von «The Wire»-Schöpfer David Simon und dank dem grossartigen Schauspieler Oscar Isaac wird es in der neuen HBO-Miniserie «Show Me a Hero» aber zum absoluten «Must-See».

Wir schreiben das Jahr 1988. Jahrelang hat Yonkers, die viertgrösste Stadt im Bundesstaat New York, seine Sozialwohnungen in den immergleichen Bezirken gebaut - und so für eine Ghettoisierung gesorgt. Jetzt schreitet der Staat ein.

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Bildlegende: Grossartig: Oscar Isaac HBO

Die Stadt wird gerichtlich dazu verpflichtet, die Sozialwohnungen in Zukunft gerecht verteilt über die Stadt zu bauen - also auch in den vorwiegend «weissen» Bezirken. Das passt den dortigen Anwohnern natürlich überhaupt nicht.

Verantwortlich für den Neubau ist Nick Wasicsko (Oscar Isaac), mit einem Alter von 28 Jahren zugleich jüngster Bürgermeister der USA. Idealist Wasicsko muss vergebens gegen die rassistische Bürgerschaft und feige Mitpolitiker, die es sich mit ihren Wählern nicht verscherzen wollen, ankämpfen.

«THESE people live like animals!!!»

«Show Me a Hero» basiert auf einem 1999 erschienen Buch von Lisa Belkin und ist eine komplett wahre Geschichte. Wie schon bei seinen anderen Projekten The Wire oder Treme legt Showrunner David Simon auch hier wieder grossen Wert auf Realismus und eine möglichst wahrheitsgetreue Umsetzung der Buchvorlage.

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Bildlegende: Auch Winona Rider weiss in «Show Me a Hero» zu überzeugen. HBO

Die Serie spielt zwar Ende 1980er-Jahre, könnte von der Thematik her aber aktueller nicht sein.

Szenen, in denen die «besorgten» weissen Bürger bei Podiumsdiskussionen und Stadtratssitzungen vehement gegen die Sozialwohnungen protestieren und ihren latenten Rassismus hinter sehr dünnen Ausreden verstecken («These people live like animals!», «What about our property value?»), könnten geradeso gut von heute sein.

Show me a hero - and i'll write you a tragedy

«Show Me a Hero» ist eine in sich abgeschlossene Miniserie. Es wird keine Fortsetzung geben. Die sechs Folgen (Gesamtspielzeit; knapp 5.5 Stunden) vergehen wie im Flug und lassen sich locker an einem Wochenende durchschauen.

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Bildlegende: Alfred Molina als Stadtrat Hank Spallone. Teuflisch gut. HBO

Mit dieser Serie beweist HBO einmal mehr, dass sie die absoluten Meister des Miniserien-Formats sind. «Sozialwohnungsbau» ist nicht gerade das sexieste Thema für eine TV-Serie - und trotzdem finanziert HBO ein solches Projekt ohne mit der Wimper zu zucken.

Wie schon bei vergleichbaren Projekten wie «Generation Kill», «Jack Adams» oder «Mildred Pierce» konnte dann dem limitierten Zeitaufwand auch hier wieder eine fantastische Besetzung engagiert werden. Allen voran: Der grossartige Oscar Isaac, den wir dank seines Engagements in den nächsten Star-Wars- und X-Men-Filmen bald überall sehen werden.

Übrigens: Die Serie spielt im Nordwesten der USA der 1980er-Jahre. Also ist der Soundtrack fast ausschliesslich Springsteen. Toll.