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Film-Review Eine Familie und ihr grauenvolles Erbe

Nach einer Reihe unerklärlicher Ereignisse kommt eine Mutter dem grausamen Vermächtnis ihrer Familie auf die Spur. «Hereditary» vermischt Psychodrama und Horrorfilm zu einem furchteinflössenden Meisterwerk, in dem Toni Collette beweist, dass sie das beste Horrorfilm-Gesicht hat.

Die Story

Künstlerin Annie Graham musste in ihrem Leben schon einige Schicksalsschläge einstecken. Als ihre Mutter stirbt, wird sie und ihre Familie von einer Reihe unerklärlicher Ereignisse heimgesucht. Unter anderem stirbt Annies Tochter Charlie bei einem brutalen Autounfall, bei dem ihr Bruder Peter am Steuer sass.

Im Versuch zurück zu einer Normalität zu finden, sucht Annie eine Selbsthilfegruppe auf und kommt dabei einem grauenvollen Familiengeheimnis auf die Spur.

Hereditary
Legende: Wie soll es weitergenen? Annies Sohn Peter plagen nach dem Tod seiner Schwester unerträgliche Schuldgefühle. Ascot Elite

Das hat funktioniert

Auf eine für Horrorfilm typische Zeichnung einer heilen Welt zu Beginn der Geschichte wird in «Hereditary» gelungen verzichtet. Von der ersten Kamerafahrt an werden wir in eine düstere, albtraumhafte Welt hineingezogen.

Regisseur Ari Atser bedient sich dafür verschiedener Quellen. Denn nicht nur körperlicher Schmerz lässt uns in diesem Film erschaudern, sondern auch die zerrütteten Beziehungen innerhalb von Annies Familie. Visuell unterstrichen wird das Ganze von einer Inszenierung, die an Präzision nicht zu übertreffen ist.

Atemberaubend sind neben Bilder und Inhalt auch die schauspielerischen Leistungen. Golden-Globe und Emmy-Preisträgerin Toni Collette beweist mit ihrer Darbietung der zwischen Trauer und Wahnsinn pendelnden Annie, dass sie die perfekte Horrorfilm-Protagonistin ist.

Das hat nicht funktioniert

Der Film lässt uns vor allem zu Beginn oft bewusst im Ungewissen. Angst wird hier gelungen auch mit dem was nicht gezeigt wird evoziert. Als sich im dritten Teil des Films die Ereignisse zu überschlagen beginnen und wir dem Finale zusteuern, wird dieser subtile Horror von einem exzessiven abgelöst. Hier wirkt der Film teilweise etwas überladen.

Hereditary
Legende: Hat sie ein Geheimnis? Die eigenbrödelerische Charlie scheint ihrer Familie etwas zu verheimlichen. Ascot Elite

Fazit

«Hereditary» ist ein Horrorfilm, der alles richtig macht. Nach allen Regeln der Kunst bedient er klassische Horror-Motive und serviert uns gleichsam innovative Schockmomente, verpackt in einer makellosen Inszenierung.

Es ist kaum zu glauben, dass es sich bei diesem schauderhaften Meisterwerk um ein Langzeitfilm-Debüt handelt. Denn Regie-Newcomer Ari Aster liefert mit «Hereditary» nicht nur den wohl besten Horrorfilm des Jahres, sondern mit seiner Vermischung von physischem und mentalem Schrecken auch ein packendes Psychodrama.

Dieser Film ist für

Horrorfilmfans und solche, die es werden wollen.

Rating

4 von 5 Punkten

Die Fakten

Die Fakten

Regisseur: Ari Aster
Cast: Toni Collette, Gabriel Byrne, Alex Wolff, Ann Dowd
Kinostart: 19.07.2018

1 Kommentar

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