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Film-Review Wenn aus einer Party ein Horrortrip wird

Skandal-Regisseur Gaspar Noé («LOVE», «Irréversible») ist zurück und lässt in seinem verstörenden neuen Werk «CLIMAX» eine Gruppe junger Tänzerinnen und Tänzer auf einen albtraumhaften Drogentrip kommen – und das Publikum gleich mit.

Die Story

In einem abgelegenen Schulgebäude, irgendwo in Frankreich, feiert eine Gruppe junger Tänzerinnen und Tänzer eine ausgelassene Party. Ihnen steht eine Welttournee bevor und mit der Feier möchten sie sich besser kennenlernen. Es wird getrunken, gelacht, getanzt.

Plötzlich fangen jedoch Einzelne an, sich unwohl zu fühlen. Es scheint, als ob irgendjemand Drogen in die Sangria gemischt hätte, von der alle getrunken haben.

Was mit den jungen Menschen nun passiert, kann niemand mehr kontrollieren. Jeder erlebt seinen eigenen Horror-Drogentrip, was dazu führt, dass die Nacht ein grausames Ende nehmen wird, das sich niemand hätte vorstellen können.

CLIMAX
Legende: Der Horror scheint kein Ende zu nehmen. Für die Hauptfigur Selva wurde aus einer Tanzparty die schlimmste Nacht ihres Lebens. XENIX

Das hat funktioniert

Schöne Menschen, treibender 90s-Techno, spektakuläre Tanzchoreos – «CLIMAX» beginnt mit einer Party, an der du am liebsten selber dabei wärst. Deshalb ist es umso eindrücklicher, wie es der Film schafft, nach und nach die heitere Stimmung zu kippen und den Abend in einen wahrhaftigen Albtraum zu verwandeln – und das in Echtzeit. Diese extreme Nähe zum Geschehen macht den Trip realistisch, eindringlich spürbar und genau deshalb so angsteinflössend.

Für diesen Exzess eine Gruppe von talentierten Tänzerinnen und Tänzern zu wählen, die mit ihren spektakulären Voguing-, Waacking und Krumping -Einlagen beeindrucken, ist eine grossartige Idee. Ebenso wie das abgelegene Schulgebäude als Schauplatz zu wählen, der als beklemmendes Setting für die Story nicht unheimlicher sein könnte.

Das hat nicht funktioniert

«CLIMAX» ist ein Film, den man nicht ohne Vorwarnung sehen sollte. Der hautnahe Drogentrip wird für den einen oder anderen too much sein. Vor allem, weil auch die filmischen Mittel wie Sound und Licht das Rauschhafte der Geschichte bis ins kaum Auszuhaltende verstärken.

Ebenfalls bemängeln kann man die Tatsache, dass sich der Film inhaltlich ausschliesslich um das Thema der absoluten Entfesselung dreht. Für die, die sich dafür nicht interessieren, ist der Film nichts – ebenso wie für alle, die einen empfindlichen Magen haben.

CLIMAX
Legende: Aussergewöhnlicher Film, aussergewöhnliche Darsteller Der DJ der Party, Kiddy Smile, ist eine Legende in der queer Szene Frankreichs. XENIX

Fazit

Es ist schwierig, in Filmen Drogenerlebnisse authentisch darzustellen, doch noch schwieriger ist es, heutzutage im Kino noch wirklich zu schockieren. Beides gelingt Skandal-Regisseur Gaspar Noé (wie immer!) mit Bravour.

Mit «CLIMAX» bleibt er seinem unverkennbaren, filmischen Stil treu, reizt das Thema der menschlichen Ekstase bis zum Höhepunkt aus und bringt seine Protagonisten, wie auch die Zuschauer, an ihre Grenzen.

Dieser Film ist für

Gaspar Noé-Fans, Leute die Lust auf ein aussergewöhnliches Kinoerlebnis haben und alle, die keine schwachen Nerven haben.

Rating

4.5 von 5 Punkten

Die Fakten

Die Fakten

Cast: Sophia Boutella, Romain Guillermic, Kiddy Smile
Regisseur: Gaspar Noé
Kinostart: 13.12.2018

3 Kommentare

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