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Netflix-Tipp «Disenchantment»: Das kann die neue Serie des Simpsons-Erfinders

19 Jahre nach «Futurama» und 29 Jahre nach den «Simpsons» präsentiert Matt Groening seinen neusten Streich. Die Zeichentrickserie «Disenchantment» ist ab sofort auf Netflix zu sehen. Aber können die Abenteuer von Prinzessin Bean wirklich mit Groenings letzten Grosserfolgen mithalten?

Eigentlich könnte es sich Matt Groening ja leisten, den Rest seines Lebens auf der faulen Haut zu verbringen. Der mittlerweile 64-jährige Cartoonzeichner ist Erfinder der Simpsons – und als Schöpfer der wahrscheinlich erfolgreichsten TV-Serie aller Zeiten sollte man finanziell bis in alle Ewigkeiten ausgesorgt haben.

Ab und zu scheint es Groening aber trotzdem in seinen Fingern zu jucken. Kurz vor der Jahrtausendwende schickte er mit «Futurama» sein zweites Pferd ins Rennen – und landete damit seinen nächsten Vollerfolg.

Jetzt, 19 Jahre später, folgt die nächste Serie mit Groenings unverkennbarem Zeichnungsstil: «Disenchantment», eine Mittelalter-Fantasy-Parodie.

Wo schauen?

Wo schauen?

Die komplette erste Staffel von «Disenchantment» gibt's ab sofort exklusiv auf Netflix zu sehen. Eine zweite Staffel ist für 2019 in Produktion.

Wir haben uns die ganze erste Staffel angeschaut – sind allerdings noch nicht so ganz überzeugt:

Pluspunkt: Die Animation

Die Simpsons sind eine der besten TV-Comedyserien aller Zeiten. Unzählige Simpsons-Sprüche haben ihren Weg ins Alltagsvokabular gefunden und Figuren wie Homer oder Bart Simpson dürften jedem Kind bekannt sein. Und trotzdem: So gut der Simpsons-Humor auch ist, betreffend Machart und Animation hat die Serie nie wirklich grosse Stricke zerrissen. Das ist bei «Disenchantment» ganz anders.

«Disenchantment» etabliert sich innert weniger Minuten in der oberen Klasse der Animationsserien. Zum gewohnt glubschaugigen Charakterdesign von Groening gesellen sich haufenweise liebevoll und detailreich gestaltete Umgebungen und Hintergründe dazu.

Minuspunkt: Wo ist der Humor?

Die Ausgangslage von «Disenchantment» ist schnell erzählt: Wie im Mittelalter so üblich, möchte Prinzessin Beans Vater seine Tochter mit einem Prinzen aus einem anderen Königreich vermählen. Aber Bean spielt nicht mit. Viel lieber möchte sie Abenteuer erleben und dabei viel Bier trinken. Also macht sie Reissaus – zusammen mit Elf «Elfo» und Luci, ein, äh, Dämon?

Mit «Futurama» hat Groening bewiesen, dass sich Science-Fiction-Klischees ziemlich gut parodieren lassen… Also müsste das ja eigentlich auch mit Mittelalter-Fantasy funktionieren. Oder?

Elf Elfo, Prinzessin Bean und Dämon Luci: die Hauptfiguren von «Disenchantment»
Legende: Elf Elfo, Prinzessin Bean und Dämon Luci: die Hauptfiguren von «Disenchantment» Netflix

Leider nicht. Der grösste Kritikpunkt an «Disenchantment»: Die Serie ist einfach zu wenig lustig.

Die Witze, die lustigen Situationen und die kuriosen Nebencharaktere wären zwar alle vorhanden, aber irgendwie will das alles nie wirklich zusammenkommen. Der Gag-Rhythmus ist holprig, zu oft muss man sich während den 10 Folgen der ersten Staffel humorlose Phasen schönreden.

Pluspunkt: Das kann theoretisch alles noch werden…

Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Comedyserien sind selten von der ersten Sekunde an lustig und bleiben während ihrer ersten Staffel oftmals ein «Work in progress». Das beste Beispiel dafür: Die erste Staffel der Simpsons, die vom Humorlevel nur wenig mit den späteren Staffeln gemein hat.

Allerdings: Das war vor knapp 30 Jahren. Wer hat heutzutage noch Zeit und Lust, mehrere Episoden einer Serie zu schauen, ohne die Gewissheit zu haben, dass sie irgendwann «gut» wird?

Vergleichbare Zeichentrickserien der jüngeren Zeit mit dürftigen Pilotepisoden («Rick and Morty», «BoJack Horseman») haben ihr Footing ziemlich schnell gefunden – bei «Disenchantment» bleiben jedoch bis zum Ende der ersten Staffel viele Fragezeichen.

An dieser Stelle also nur eine bedingte Empfehlung. 5 von 10 Punkten.

2 Kommentare

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