BABYMETAL: Die drei verrückten Metal-Schulmädchen aus Japan

Einmal mehr wird die Metalszene von den drei puppenhaft aussehenden Mädchen aus dem Land der aufgehenden Sonne gespaltet. Wir haben in das neue BABYMETAL-Album «Metal Resistance» reingehört.

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Bildlegende: BABYMETAL. Die Masken gibt's am Merchandise-Stand. Die Kimonos vielleicht auch? SRF

Dank ihren Fantasiekostümchen, Samurairüstungen, Cheerleader-Rüschenröckchen und der Gothic-Warrior-Ästhetik sehen BABYMETAL eigentlich ziemlich harmlos aus. In Wirklichkeit haben es die drei Japanerinnen aber faustdick hinter den Ohren.

Denn die Musik von BABYMETAL ist fast genauso wild wie ihr Fashion-Mix: Death Metal, Thrash Metal, Metalcore und klassischer Heavy Metal treffen auf Symphonic Metal, Melodic Metal und Nu Metal. Dazu gesellen sich noch Trance, eine gehörige Prise J-Pop und gelegentlich sogar Hip-Hop. Verrückt.

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«Brätsch!» auf SRF Virus

Jeden Montagabend zwischen 17.15h und 18h wenden wir uns auf SRF Virus den härteren Klängen zu: «Brätsch!» bringt dir die richtig harte und weirde Musik ins Radio.

Vor zwei Jahren sorgten Su-Metal, YuiMetal und MoaMetal (wir vermuten jetzt einfach Mal, dass das nicht ihre richtigen Namen sind) mit ihrem Debütalbum rund um den Globus für viel Wirbel. Jetzt geht's in die zweite Runde: letzten Freitag ist ihr zweites Album «Metal Resistance» erschienen.

«Metal Resistance»: More of the same

Gemessen am ersten BABYMETAL-Album gibt es auf «Metal Resistance» nicht viel Neues zu hören. Die Band bleibt ihrer Erfolgsformel treu. Nochmals: Ja, Babymetal sehen püppchenhaft aus, bei ihren Songs geht es aber wirklich hart zur Sache. «GJ!» ist ein gutes Beispiel dafür.

Auf «Metal Resistance» gibt es aber auch den einen oder anderen soften Moment: «From Dusk Till Dawn» beginnt wie ein japanisches Theater und driftet danach in Richtung 30 Second to Mars ab. Auf «Karate» findet man sogar Parallelen zu Rammstein.

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Bildlegende: Hat jemand einen Sarg bestellt? Official

Die meisten Songs von BABYMETAL beginnen hart, enden dann aber meist versöhnlich. Etwas, dass sich die Band wohl auch für ihren eigenen Status innerhalb der Metalszene wünschen dürfte. Noch immer gibt es haufenweise Kritiker welche die Japanerinnen als «Heavy Kinderkram» abstempeln.

Im Endeffekt ist die Geschichte der verhassten Paradiesvögel, die in ihrem Genre schlussendlich doch noch eine gewisse Anerkennung erhalten, allerdings eine oft erzählte. Scooter haben das beispielsweise auch schon geschafft. Und Hand aufs Herz, soooo weit sind BABYMETAL und Scooter gar nicht auseinander...

Trotz Casting-Konzept: Metallica und Lady Gaga sind Fans

BABYMETAL wurden 2010 als eine Art «Untergruppe» von Sakura Gakuin in Tokio gegründet. Sakura Gakuin ist eine J-Pop-Gruppe mit laufend wechselnden Mitgliedern: Sobald die gecasteten Mittelschülerinnen ihren Schulabschluss schaffen, müssen sie die Band wieder verlassen.

Als es 2013 bei den ältesten Mitgliedern von Sakura Gakuin so weit ist, entscheidet das Management die ausgeschiedenen Mitglieder unter der neuen Formation BABYMETAL eigenständig weiter zu führen. Das Konzept von Teenager + Kostüme + Metal trifft sofort den Nerv der Zeit. In Japan geht es schnurstracks Richtung Charts.

Mittlerweile outeten sich übrigens auch haufenweise westliche Bands wie Metallica, Trivium, Slayer oder Megadeth als Fans. Auch Lady Gaga ist grosser Supporter der Band.