Flume: Macht ihn sein neues Album zum nächsten Electro-Superstar?

Auf seinem neuen Album «Skin» liefert uns der australische Produzent Flume gleich drei valable Kandidaten für den Titel der «Sommerhymne 2016». Schade nur, dass der Rest des Albums ein ziemlich uninspirierter Mischmasch ist.

«Musik, die dich zum Schweben bringt» ist eine von Musikkritikern viel zu oft verwendete Phrase. Und trotzdem: Wenn diese Floskel auf einen Track zutrifft, dann auf den grossartigen, alles-zerfickenden (© Pablo) Remix zu «You And Me» von Disclosure, mit dem sich der australische Produzent Flume vor ein paar Jahren in den Electropop-Himmel katapultieren konnte.

«Take a Chance»: der absolute Überhit

Diese Formel von wabernden, bassigen, aufhypenden Electropop-Produktionen, die auf zarte Frauenstimmen treffen, ist es denn auch, welche für die erfolgreichsten Tracks auf «Skin» verantwortlich ist. «Skin» ist das zweite Studioalbum von Flume und ab sofort erhältlich.

«Never Be Like You», die erste Single des Albums, bahnt sich zurzeit völlig zurecht den Weg durch die weltweiten Charts. «Say It», auf welchem Flume auf die Stimme vom schwedischen Popsternchen Tove Lo zählen darf, dürfte ebenfalls bald folgen.

Und dann wäre da noch «Take a Chance» mit den Vocals von Little Dragon. «Take a Chance» ist nicht nur der beste Track auf «Skin», sondern gleichzeitig auch Kandidat für den Titel zur «Sommerhymne 2016» und zum «Drop des Jahres». Ein Song, der diesen Sommer garantiert jedes Festivalzelt zum Wackeln und jede Crowd zum Ausrasten bringen wird. Was für ein Song!

«Skin»: ein Restaurant mit einer zu grossen Speisekarte

Der Rest des Albums hingegen... hach... Eigentlich ist es dem 25-jährigen Australier ja hoch anzurechnen, dass sich seine Musik in die Playlists von Fans verschiedener Musikgenres einschleichen konnte. Vielleicht ist das aber auch genau der Grund, warum er es auf «Skin» offensichtlich ein bisschen gar vielen Menschen recht machen wollte.

Das ernüchternde Fazit: «Skin» ist zu einem Grossteil ein ziemlich uninspirierter Mischmasch und hinterlässt den Nachgeschmack eines Restaurants mit einer zu grossen Speisekarte.

Flume Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Flume Flume

Die Produktionen ohne Gastvocals sind unnötig kompliziert, zum Teil schon fast nervig, und dürften an den zahlreichen Festivals, an denen Flume diesen Sommer zu Gast sein wird, allerhöchstens zu Bier-Hol-Pausen anregen. Und die vereinzelten Hip-Hop-Tracks inklusive Gast-Raps sind mit Ausnahme des Vince Staples-unterstützten Tracks «Smoke & Retribution» ebenfalls total austauschbar.

Dank seinen epischen Hits dürfte Flume auch während des diesjährigen Festivalsommers (er spielt auch am «Montreux Jazz Festival»!) wieder für die grossen Momente sorgen. Auf seinem nächsten Album sollte sich der Australier aber wieder mehr auf seine Stärken konzentrieren, anstatt rastlos von Genre zu Genre zu hüpfen.