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True Talk «Ich verteidige nie eine Tat, nur den Menschen dahinter»

Anwälte sind gewissenlose und geldgeile Wesen, die hauptberuflich über Leichen gehen und mit dem Teufel im Bunde stehen. «Alles Quatsch», sagt Valentin Landmann (66), Anwalt von Randgruppen aus Überzeugung.

Valentin Landmann ist kein unbeschriebenes Blatt. Sein Name ist vielen Schweizern geläufig – nicht nur den Juristen unter uns. Als Anwalt der Hells Angels, des Rotlichtmilieus und anderen Randgruppen gab es über den 66-Jährigen nämlich schon einige Schlagzeilen in den Medien. «Natürlich versuchen gewisse Leute, mir daraus einen Strick zu drehen. Aber jeder hat das Recht auf einen Anwalt und fast jede Tat wird erklärbar, wenn man genau hinschaut.» Ausserdem habe er vor Gericht schon viele Freisprüche erreicht, denn: «Nicht alle meine Klienten sind schuldig.»

Hells Angels und Prostituierte

Aus der Tatsache, dass viele seiner Klienten enge Freunde von ihm sind, macht Landmann keinen Hehl. Einige seiner ehemaligen Partnerinnen kommen beispielsweise aus dem Rotlicht-Milieu: «Zum Teil haben sie gar in der Zeit, in der wir zusammen waren, angeschafft. Trotzdem waren das aber ganz tolle Frauen», erzählt der Strafverteidiger.

Ich bin selber zwar nicht Mitglied, fahre aber serienmässig Motorrad und verkehre seit Jahren mit den Hells Angels – nicht nur beruflich

Und auch die Hells Angels stehen ihm persönlich nahe: «Das ist zwar ein Haufen von Querköpfen, aber ganz sicher keine kriminelle Organisation», ist er überzeugt. «Ich bin selber zwar nicht Mitglied, fahre aber serienmässig Motorrad und verkehre seit Jahren mit den Hells Angels – nicht nur beruflich.»

Wer braucht schon Anzug und Aktenkoffer?

Auch Landmann selbst ist ein Querkopf: Einen Anzug besitzt er zum Beispiel keinen – obwohl das vor Gericht eigentlich Pflicht ist. «Man sieht mich ja nur bis zur Hüfte. Die Beine sind unter dem Tisch – warum sollte ich also einen Anzug tragen?» Oben trägt er immerhin Blazer und Krawatte, unten lediglich Jeans. Und den Aktenkoffer lässt er meistens ebenfalls zuhause, schliesslich habe man während der Verhandlung eh keine Zeit, unzählige Dokumente zu wälzen. «Im Studium muss man zwar sehr wohl Paragraphen zitieren können, im Berufsleben ist das aber nicht mehr nötig. Ich spreche viel öfter über den Klienten und dessen Beweggründe als über das Gesetz.»

Menschen statt Taten

Natürlich werde er manchmal mit schrecklichen Dingen konfrontiert und sähe die Schattenseiten der menschlichen Psyche, erzählt Valentin Landmann. Aber: Er verteidige ja nie die Taten seiner Mandanten, selbst wenn sie schuldig seien. «Ich verteidige immer einen Menschen», sagt er. Und für den Menschen habe er meistens irgendwie Verständnis.

Man kann von Valentin Landmann halten, was man will – besonders vielen ziemlich typischen Vorurteilen über Anwälte wird der 66-Jährige definitiv nicht gerecht.

«True Talk»

«True Talk»

In unserer Webserie «True Talk» werden Menschen, die aufgrund von bestimmten Merkmalen, Eigenschaften oder Vorlieben häufig mit Vorurteilen zu kämpfen haben, mit ebendiesen konfrontiert.

«True Talk» siehst du jeweils mittwochs bei uns auf Facebook oder auf dem «True Talk»-YouTube-Kanal.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Christoph Lorenz Aeberhard (Kuli)
    Er ist nicht der schlaue Anwalt jedoch hat er bemerkt dass hinter diesen Delikten Abläufe Geschichten stehen die die Handlungen erklären viele Menschen sind in dieser hinsicht 0815 würden sie in der gleichen Situation stehen sie würden den gleichen weg beschreiten ich habe einige solcher Zustände in meinem Leben persönlich miterlebt sind die Menschen im Adamskostüm handeln sie alle ja alle asnamslos gleich es gibt keine differenzen merkt euch dass bevor ihr das Recht (der Para) in Ansruch nehmt
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Das würde ja heissen, dass der schlaue "Valentin" einen Mörder verteidigen würde, ohne sich darum zu kümmern, welch schreckliche Tat dieser begangen hat. Scheusslich! Ich bin überzeugt, dass er nicht der einzige ist, der dies vor allem für viel "Geld" macht. Anwälte können heute machen wie sie wollen, denn irgendwie kann man jede Tat nach der Verhältnismässigkeit beurteilen. Wenn man bestrafen will, dann ist eine Strafe verhältnismässig, wenn man nicht bestrafen will (Gurtmensch) dann nicht.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Solche Anwälte braucht diese Welt - nicht gekaufte Halunken - Anwälte, die nur wegen der Kohle das Recht zu Gunsten der Wohlhabenden drehen . Mir sagte ein Anwalt sie haben zwar Recht aber die Gegenpartei hat viel mehr Geld, darum kann ich für sie nichts Erfolgreiches tun .
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    1. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Kaiser: Ich glaube, Sie und die meisten Menschen, verwechseln da etwas und Herr Landmann nutzt das schamlos aus. Überlegen Sie einmal ganz genau, was Valentin wirklich verteidigt.
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