«Meine Tochter ist das Beste, was mir passieren konnte»

Nadja wurde mit 17 schwanger – ein Alter, bei dem wir selber noch richtige Kinder waren und nichts anderes im Kopf hatten als Party machen. Bei «True Talk» erzählt sie, wie es dazu kam und mit welchen Vorurteilen eine junge Mutter zu kämpfen hat.

Auch wenn häufig das Gegenteil vermutet wird: Was Nadja erlebt hat, geschieht in der Schweiz relativ selten. Nur etwa 50 Mädchen und Frauen unter 20 Jahren bekommen pro Jahr bei uns ein Kind. Im Vergleich mit dem Ausland ist das sehr wenig. In Österreich oder Deutschland sind es – im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung – zum Beispiel doppelt so viele. Das liegt einerseits daran, dass junge Mädchen hierzulande nur selten schwanger werden, sich andererseits aber auch meistens für eine Abtreibung entscheiden, wenn es dennoch passiert.

Abtreibung: Nein Danke!

«  Als ich gemerkt habe, dass ich schwanger bin, war ich schon im dritten Monat. Eine Abtreibung wäre legal nicht mehr möglich gewesen. »

Diese Option kam für Nadja nicht in Frage: «Als ich gemerkt habe, dass ich schwanger bin, war ich schon im dritten Monat. Eine Abtreibung wäre legal nicht mehr möglich gewesen», erzählt sie. Ausserdem hätte sie das auch nicht mehr übers Herz gebracht, nachdem sie das erste Ultraschallbild ihrer Tochter gesehen habe.

Plötzlich kein Kind mehr

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«True Talk»

«True Talk»

In unserer Webserie «True Talk» werden Menschen, die aufgrund von bestimmten Merkmalen, Eigenschaften oder Vorlieben häufig mit Vorurteilen zu kämpfen haben, mit ebendiesen konfrontiert.

«True Talk» siehst du jeweils mittwochs bei uns auf Facebook oder auf dem «True Talk»-YouTube-Kanal.

Nadja bereut ihre Entscheidung nicht. Dennoch war es natürlich nicht einfach, mit 18 Mutter zu werden und die Verantwortung für ein Kind zu übernehmen. Aber: «Wenn du ein Kind bekommst, dann bist du selber keines mehr – von einem Moment auf den anderen. Das ist dann halt einfach so.»

Ohne ihre Eltern hätte sie es aber nicht geschafft für ihre Tochter zu sorgen, ist Nadja überzeugt. «Ohne die Unterstützung der Familie geht es nicht. Meine Mutter hat früher sehr viel auf meine Tochter geschaut. Und auch meinen Vater konnte ich immer um Unterstützung bitten – obwohl er am Anfang seine liebe Mühe hatte mit der Vorstellung, dass ich Mutter werde. Er ist Italiener.»

Ende gut, alles gut

Heute ist Nadjas Tochter fünf Jahre alt – und ein «fröhliches kleines Mädchen». Nadja selber hat kürzlich ihre Ausbildung fertig gemacht – und ausserdem den Vater ihrer Tochter Gioia geheiratet. «Er war immer für uns da und wir sind immer noch sehr verliebt», sagt sie.

Unglaublich, aber wahr: Manchmal gibt es auch im echten Leben ein Happy End.