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True Talk «Nicht jeder Obdachlose konsumiert Drogen!»

20 Jahre lang lebte Snuffi auf der Strasse – und hat sich unzählige Vorurteile gegenüber Obdachlosen angehört. Bei «True Talk» macht er reinen Tisch und beweist: Der Schein trügt eben doch öfter, als du denkst.

«Heschmer en Stutz?» – Eine Frage, die Snuffi selten und ungern stellte. Der Berner war 20 Jahre lang obdachlos, schlief in der Hauptstadt unter einer Brücke. Sein Essen gab’s bei Gassenküchen. «Ich war zu stolz, um zu betteln», erinnert sich der heute 55-Jährige an seine Zeit auf der Strasse zurück. Inzwischen konnte er durch einen Gassenarbeitsverein in eine Wohnung ziehen.

Früher wurden vor allem arbeitslose oder süchtige Personen obdachlos. Darum vermutlich auch das Bild des drogensüchtigen Mannes, der bei Bahnhöfen, Einkaufspassagen und anderen öffentlichen Orten nach Geld bettelt. «Nicht jeder Obdachlose konsumiert Drogen», betont Snuffi, «Die meisten haben gar nicht das Geld, um sich Drogen zu kaufen.»

Die meisten haben gar nicht das Geld, um sich Drogen zu kaufen.

Heute kommen zudem Gründe wie psychische Krankheiten und andere Schicksalsschläge zur Obdachlosigkeit hinzu. Als Sans-Papiers, Asylsuchende oder Ex-Gefängnisinsasse lässt es sich zudem nur erschwert eine Wohnung finden. Für Snuffi ist es jedoch egal, warum die meisten Betroffenen kein Dach über dem Kopf haben. Er findet: «Selber Schuld sind die wenigsten!»

«True Talk»

«True Talk»

In unserer Webserie «True Talk» werden Menschen, die aufgrund von bestimmten Merkmalen, Eigenschaften oder Vorlieben häufig mit Vorurteilen zu kämpfen haben, mit ebendiesen konfrontiert.

«True Talk» siehst du jeweils mittwochs bei uns auf Facebook, Link öffnet in einem neuen Fenster oder auf dem «True Talk»-YouTube-Kanal, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Wie viele Obdachlose in der Schweiz leben, ist nicht bekannt. Nationale Zahlen gibt es keine – lediglich eine aktuelle Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigt, dass 100 Menschen in Basel auf der Strasse leben und 200 keine eigene Wohnung haben.

Am Ende ist die Zahl aber auch nicht entscheidend. Das Wichtigste für Snuffi ist, dass Obdachlosen mit mehr Respekt entgegengetreten wird: «Sie sind schliesslich auch nur Menschen.»

Habt mehr Respekt vor Obdachlosen, sie sind schliesslich auch nur Menschen.

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