«Viele, aber nicht alle, sehen Ntaganda als Verbrecher»

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat den ehemaligen kongolesischen Milizenführer Bosco Ntaganda als Kriegsverbrecher verurteilt – zu 30 Jahren Gefängnis. Von lebenslanger Haft sahen die Richter ab. Das Strafmass wurde gestern bekannt gegeben.

Zu sehen ist der kongolesische Milizkommandant Bosco Ntaganda.
Bildlegende: Der ehemalige kongolesische Milizkommandant Bosco Ntaganda im Gerichtssaal des internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. AP / Peter Dejong

Die Liste der Verbrechen von Bosco Ntaganda ist lang: Massaker an Zivilisten, Mord, Vergewaltigung, Versklavung und der Einsatz von Kindersoldaten. In Kongo-Kinshasa seien viele Menschen glücklich und erleichtert, sagt die freie Afrika-Korrespondentin Bettina Rühl: «Viele Menschen sehen Ntaganda als Verbrecher». Jedoch gebe es immer noch Menschen, die ihn ihm einen Verteidiger ihrer Interessen sähen.

Die weiteren Themen:

  • Im Süden Thailands, in der Provinz Yala haben Separatisten diese Woche bei einem Angriff mindestens 15 Menschen getötet. Dieser jüngste Anschlag wirft ein Schlaglicht auf einen Konflikt, der seit Jahrzehnten schwelt. Zwischen muslimischen Separatisten und dem Militär, aber auch zwischen der malayischen Minderheit im Süden und der buddhistischen Mehrheit im Land.
  • Es war ein bislang unerforschtes Kapitel der Zürcher Universitätsgeschichte: Die Haltung der Uni gegenüber ausländischen Studentinnen und Studenten - insbesondere Juden - in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen. Silvia Bolliger, Historikerin und ehemalige Leiterin des Archivs der Universität Zürich hat diese Forschungslücke nun geschlossen.
  • Menschen, die einen Chip unter der Haut tragen, um sich zu identifizieren: Das klingt nach Science-Fiction. Aber: Chip-Implantate sind alles andere als Zukunftsmusik. In Schweden trägt aktuell jeder fünfte Mitarbeiter des Reisekonzerns TUI einen Mikrochip im Körper.

Autor/in: Silvan Zemp, Moderation: Roger Aebli, Redaktion: Samuel Wyss