Freiwillige Helfer auf der Alp

Was sind die Motive der zahlreichen Helferinnen und Helfer, die im Sommer für wenig Lohn auf einer Alp schuften? – Stefan Lauber, Koordinator des Forschungsprogramms «Alpfutur – Zukunft der Sömmerungsweiden in der Schweiz», liefert die Antwort.

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Bildlegende: Freiwillige Helfer auf der Alp Keystone

Nicht alle Älplerinnen und Älpler sind angestellt. Auf den Privatalpen zum Beispiel, die von einer Familie als organisatorische Einheit zusammen mit dem Ganzjahresbetrieb bewirtschaftet werden, gibt es häufig keine Angestellten. Vielmehr sind dort Familie, Verwandtschaft und allenfalls Freunde und Bekannte gefordert. Die Anstellung von Alppersonal ist hingegen beispielsweise auf Genossenschaftsalpen üblich.

Auf der Suche nach Abenteuer

Die Motive können also ganz verschieden sein: Lebensinhalt und Tradition, auf Privatalpen auch Familiensolidarität oder allenfalls sogar sozialer Druck, der Wunsch nach einer sinnstiftenden Beschäftigung, die Suche nach Abenteuer oder Ausstieg aus der Gesellschaft «auf Zeit». Für einen Teil der Älplerinnen und Älpler, insbesondere für das Personal aus dem Ausland, zählt aber natürlich auch der Lohn, den sie verdienen. Der Bündner Älper/innen Verein BÄV und der Bündner Bauernverband handeln jährlich Richtlöhne für Alppersonal miteinander aus, die in der ganzen Schweiz Beachtung finden, aber teilweise unterschritten werden.

Wenn allzu romantische Vorstellungen für den Sommer auf der Alp ausschlaggebend sind, kann dies im realen Alpalltag – keine Ferien auf dem Bauernhof! – zu Überforderung, Stress und Streit im Team führen. Dann erfolgt der Abbruch der Alpstelle häufig rasch, was das verbleibende Team vor grosse Herausforderungen stellt.