Die Fabrikantentöchter

Als Töchter des Fabrikantenehepaars wohnen Pia Kammermann und Mirjam Schnedl in der vornehmen Villa. Für die zwei Frauen aus Wetzikon ZH geht es während der Dreharbeiten in erster Linie darum, als junge Damen der bürgerlichen Oberschicht die Etikette einzuhalten.

Pia und Mirjam weilen während den ersten Tagen der Produktionszeit von «Anno 1914 – Die Fabrik» rund um die Uhr in der Fabrikantenvilla. Bedient werden sie dort vom Dienstmädchen Lisa-Maria und der Köchin Rose. Die beiden jungen Damen verbringen ihre Zeit mit Lesen, bei einem Spaziergang oder mit Musizieren.

Ausser den beiden Töchtern besteht die Fabrikantenfamilie aus Schauspielern. Die geschichtsinteressierte Pia und die Cevileiterin Mirjam sind deshalb täglich mit zwei Welten konfrontiert: Mit Schauspielerei und Alltagserlebnis. Die meisten Szenen innerhalb der Fabrikantenfamilie werden während der Drehzeit vorgängig geprobt. Trotzdem erhalten die beiden Töchter während ihrer Zeit in der Villa einen Einblick in das alltägliche Leben der bürgerlichen Oberschicht der Belle Époque: Indem sie sich beispielsweise mit historischen Zahnbürsten ihre Zähne putzen, ein Mieder unter den historischen Kleidern tragen oder sich so frisieren lassen, wie dies damals junge Frauen aus gutem Haus taten.

Was hat euch überrascht bei den Dreharbeiten von «Anno 1914 – Die Fabrik»?

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Bildlegende: Die jüngere Tochter Mirjam Schnedl spielt Harfe. SRF/Christian Lanz

Mirjam: Pia und ich lebten nicht vollständig wie vor hundert Jahren. Wir durften zum Beispiel «modern» duschen, konnten eigene Sachen von 2014 in die Villa mitnehmen und assen auch oft mit der ganzen Crew im Restaurant.

Welche Erinnerungen bleiben euch?

Pia: Sehr eindrücklich war, als wir das erste Mal in die Fabrik durften, um den Webern bei der Arbeit zuzusehen. Die Webstühle in Betrieb zu erleben, der Geruch dieser alten Maschinen und die Geräuschkulisse waren einmalig. Ich hatte grosse Lust, das Weben selbst einmal auszuprobieren, allerdings wäre das für eine junge Dame von Stand höchst unschicklich gewesen und darum leider unmöglich.

Mirjam: Die Unterhaltungen mit unseren «Eltern» lockerten die Stimmung sehr auf. Wir hatten es immer sehr lustig, egal ob gedreht wurde oder nicht. Zum Teil konnte keiner mehr ernst bleiben am Tisch und ein Lachanfall folgte dem anderen, weswegen zum Leid des Filmteams einige Szenen mehrmals gedreht werden mussten.

In welchen Situationen habt ihr «Anno 1914» tatsächlich erlebt?

Porträtbild Pia Kammermann Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Pia Kammermann muss sich als Fabrikantentochter an gesellschaftliche Regeln halten. SRF/Christian Lanz

Pia: Als ich die Villa und später auch die anderen Drehorte das erste Mal betrat, hatte ich wirklich den Eindruck in einer anderen Zeit gelandet zu sein. Die Kostüme und die Anwesenheit der Bediensteten taten ihr Übriges, um sich wie eine junge, wohlhabende Dame in der Belle Époque zu fühlen. Im krassen Gegensatz dazu stand die Filmcrew, welche natürlich immer mit Kamera, Mikrofon und Smartphone zur Stelle war. Diese Kombination verschiedener Zeitepochen hatte irgendwie etwas Surreales an sich.