Tagebuch von Elias - Woche 1

Der 16-jährige Elias Züst hat über seine Erlebnisse als Commis im Fabrikbüro 1914 Tagebuch geführt. Lesen Sie, was er in der ersten Woche erlebt hat.

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Tagebuch von Elias

0:39 min, vom 23.7.2014

Montag, 4. August

Heute richteten wir das Büro ein. Später kam noch die Familie Büchi ins Büro und besprach mit Herrn Thaler die Arbeitsbedingungen. Die Büchis willigten ein und machten sich gleich an die Arbeit.

Der Nachmittag verlief sehr angenehm. Nach ein paar Schreibübungen und diesem Tagebucheintrag war der erste Tag vorbei.

Dienstag, 5. August

Vater und Sohn Thaler im Fabrikbüro Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Herren Thaler diskutieren darüber, neue Maschinen für die Weberei zu kaufen. SRF/Christian Lanz

Der Morgen verlief ruhig, bis Vater und Sohn Thaler ins Büro platzten. Der junge Herr Thaler nahm wie immer seine stolze – nahezu arrogante – Haltung ein, doch heute war er vergleichsweise zu den anderen Tagen ruhig und anständig. Wahrscheinlich lag es daran, dass sein Vater anwesend war.

Herr Thalmann bekam den Auftrag, eine Bilanz der Finanzen zu ziehen, um den Kauf der neuen Maschinen zu sichern.

Mittwoch, 6. August

Im Büro herrschte wieder einmal Kälte. Der Briefträger brachte wie jeden Tag die Post, welche ich dem Herrn Thalmann übergab. Herr Thaler freute sich, als er die Chargé in Empfang nehmen durfte. Ich bekam die sortierten Briefe auf meinen Schreibtisch. Diese eintönige Arbeit vom Duplizieren der erhaltenen Verträge ermüdete mich. Doch immerhin machte ich keine Fehler oder Tintenflecken auf die Duplikate.

Freitag, 8. August

Buchhalter Thalmann im Fabrikbüro mit Buch, Schreibmaschine, Tinte und Feder auf Tisch Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Herr Thalmann bei der Arbeit. SRF/Oscar Alessio

Heute Morgen berechneten Herr Thalmann und Herr Thaler die Löhne für die Arbeiter. Herr Thaler vergab willkürlich Bonifikationen und Lohnkürzungen. Danach musste ich die Lohnsäckchen mit dem deklarierten Auszahlungsbetrag mit Geld abfüllen.

Gegen fünf Uhr kamen die Arbeiter, um ihren Lohn abzuholen. Ich musste einen nach dem anderen in das Büro rufen. Die Arbeiter nahmen dann die Lohnsäckchen von Herrn Thalmann entgegen. Bei Merlin schrieb Herr Thalmann ein zu hohes Gehalt auf das Säckchen. Merlin merkte das schnell und kam nochmals ins Büro. Dem Herr Thalmann war das natürlich peinlich, dass ihm so ein Fehler unterlief, deshalb versuchte er, die Schuld auf mich abzuschieben.