Matthias Wisniewski – Wettersteiger

Der Zwischenangriff in Sedrun, mit seinem 800 Meter tiefen Vertikalschacht unterschied sich von allen anderen Gotthardbaustellen. Für diese Art des Vortriebes fehlte in der Schweiz die Erfahrung. Darum holte man sich für die Belüftung den Wettersteiger Matthias Wisniewski aus Deutschland.

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«Sonnenlicht habe ich noch nie vermisst, als Maulwurf.»

4:21 min, vom 17.5.2016

Im Rahmen des Jahrhundertbaus des Gotthard-Basistunnels stellte der Zugangsstollen in Sedrun eine ganz spezielle Herausforderung dar. Während man sich im Tunnelbau üblicherweise in der Horizontalen bewegt, entstand bei diesem Zwischenangriff ein 800 Meter langer Vertikalstollen, der zur tief unter dem Berg liegenden Baustelle führte. Ein wahres Labyrinth, das einem Tunnelsystem eines Kohlebergwerkes ähnelt. So verwundert es nicht, dass man für dessen Belüftung einen Spezialisten aus dem Kohlebergbau anheuerte.

Matthias Wisniewski kam wie gerufen. Ein deutscher Wettersteiger, der sich untertags zu Hause fühlt und sich selbst als Maulwurf bezeichnet. Wieso man im Bergbau die Belüftungsspezialisten Wettersteiger nennt, ist nur eines der Rätsel, die Wisniewski in seinem Porträt auflöst.

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Der sympathische Deutsche arbeitet, nachdem er vor 13 Jahren in die Schweiz gezogen war, noch immer auf der Gotthardbaustelle und identifiziert sich voll und ganz mit dem Bauwerk der Superlative. Der Hobby-Keyboarder Wisniewski hat zusammen mit anderen Tunnelmachern gar eine eigene Neat-Band gegründet. Und nicht nur das. Zusammen mit der Schweizer Sängerin Marie Louise Werth veröffentlichte die Band die Eigenkomposition «Gotthard Basistunnelsong».

Auch wenn seine Arbeit am Gotthard-Basistunnel in zwei bis drei Jahren abgeschlossen sein wird, will Wisniewski mit seiner Frau in der Schweiz bleiben. Er hat bei uns eine neue Heimat gefunden und hofft, dass wir Schweizer sein grosses Know-how als Tunnelbauer auch in Zukunft beanspruchen werden.