Neues Rettungspaket in Diskussion

  • Dienstag, 30. September 2008, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 30. September 2008, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 30. September 2008, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

US-Präsident George W. Bush hat den Kongress erneut gemahnt, das Rettungspaket für den Finanzmarkt zu bewilligen. Derweil wurde damit begonnen, ein neues Paket auszuarbeiten.

Weitere Themen:

Warum die Finanzkrise den britischen Bankenplatz besonders stark getroffen hat.

Die SVP will wieder in den Bundesrat, sie lässt aber offen mit wem.

Die SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti nimmt einen zweiten Anlauf, um in Hessen doch noch Ministerpräsidentin zu werden.

Beiträge

  • Neuer Anlauf für Rettungspaket

    Die Aktienmärkte in Europa und den USA haben sich nach den Einbrüchen vom Montag wieder etwas beruhigt. Ein Grund dafür war ein zweiter Anlauf der US-Regierung für einen Rettungsplan.

    Nach dem Nein im US-Kongress zum milliardenschweren Rettungsplan für den Finanzmarkt riefen Staatsoberhäupter in aller Welt die USA dazu auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und den Finanzmarkt zu stabilisieren.

    US-Präsident George W. Bush versicherte, «dass dies noch nicht das Ende des Gesetzgebungsverfahrens ist». Zum x-ten Mal drängte er den Kongress, etwas zu unternehmen, bevor die US-Wirtschaft «schweren Schaden» nehme.

    Peter Voegeli

  • Finanzkrise trifft britische Banken besonders stark

    Die Finanzkrise hat die britische Bankenwelt ganz besonders getroffen. Sie funktioniert im Unterschied zu anderen Bankenplätzen in Europa nach ähnlichen Mechanismen wie jene in den USA.

    Der schnelle Profit ist ein Kennzeichen des angelsächsischen Kapitalismus. Wie in den USA wächst auch in Grossbritannien die Liste der gestrauchelten oder verstaatlichten Banken: Northern Rock, Halifax, Bradford & Bingley sind einige davon. Das ist kein Zufall, das hat System.

    Grossbritannien-Korrespondent Martin Alioth

  • Bank Santandér profitiert von der Krise

    Die spanische Grossbank Santandér hat die Finanzkrise bisher unbeschadet überstanden. Jetzt profitiert sie sogar von der Notlage anderer Banken.

    Im internationalen Vergleich unterliegen spanische Banken einem strengen Regime mit hohen Eigentkapitalquoten, strikten Risikobeschränkungen und strengen Bilanzkontrollen.

    Die Bank Santandér fügte sich den unbequemen Spielregeln und liess die Finger von amerikanischen Risiken. Jetzt kauft sie sich für billiges Geld bei angeschlagenen Banken ein.

    Iberien-Korrespondent Alexander Gschwind

  • Staatshilfe laut Banken-Experte unerlässlich

    Hoffnung auf ein neues US-Rettungspaket hat die Börsen etwas beruhigt. Um Ruhe in die Märkte zu bringen, genüge das Paket wohl nicht, sagt Banken-Experte Beat Bernet. Es sei aber ein wichtiges Signal.

    Ein Scheitern des Rettungspakets der amerikanischen Regierung wäre ein Schreckensszenario, sagt Beat Bernet von der Hochschule St. Gallen. Er gehe aber davon aus, dass bis Ende Woche eine neue Lösung vorliege.

    Es sei allerdings fraglich, ob diese Lösung die Märkte beruhigen könne. Sie wäre laut Bernet aber ein wichtiges Signal dafür, dass sich der Staat seiner Verantwortung bewusst sei.

    Simone Fatzer im Gespräch mit Beat Bernet

  • SVP will zurück in den Bundesrat

    Die SVP wird bei einem Rücktritt von Samuel Schmid zur Bundesratswahl antreten. Namen wollte die Bundeshaus-Fraktion aber noch keine nennen.

    Für Parteipräsident Toni Brunner und Fraktionschef Caspar Baader wäre Christoph Blocher der beste Kandidat. Doch die Fraktion wollte sich noch nicht festlegen.

    Die Mehrheit sei der Meinung, es sei zu früh, vor einer tatsächlichen Vakanz im Verteidigungsdepartement Namen zu nennen, berichtete Baader vor den Medien.

    Geraldine Eicher

  • Die Kunst, von der Kunst zu leben

    Der Nationalrat hat mit der Beratung über das neue Gesetz zur Kulturförderung begonnen. Es soll unter anderem mehr soziale Sicherheit für Künstler bringen.

    Die Politiker taten sich schwer mit der Vorlage. Zwar wollten sie weiterhin Kultur fördern, nicht aber ein Sozialwerk für KünstlerInnen schaffen. Viereinhalb Stunden beriet der Nationalrat darüber und kam doch zu keinem Ende.

    Der Berner Schriftsteller Pedro Lenz verfolgte die Debatte und machte sich seine Gedanken.

  • Europarat kritisiert Russland scharf

    Der Europarat hat Russland wegen des Kaukasus-Konflikts scharf kritisiert. Abgeordnete aus westlichen Ländern forderten eine unabhängige Untersuchung.

    Während sie die russische Militärintervention als unverhältnismässig rügten, betonten Parlamentarier aus Russland den Friedenswillen Moskaus. Sie und die Georgier wiesen sich in der Debatte gegenseitig die Schuld am Ausbruch der Feindseligkeiten im Südkaukasus Anfang August zu.

    Fredy Gsteiger aus Strassburg

  • Ypsilanti nimmt weitere Hürde

    SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti nimmt einen zweiten Anlauf, um in Hessen Ministerpräsidentin zu werden. Bei Abstimmungen in den Fraktionen kam sie auf eine Stimme Mehrheit.

    Die Grünen hatten die geheimen Probeabstimmungen in den Fraktionen zur Vorbedingung für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen gemacht.

    Für die Wahl Ypsilantis zur hessischen Regierungschefin sind nach der Landesverfassung mindestens 56 Stimmen im 110 Abgeordnete umfassenden Landtag erforderlich. Ein weiterer Abweichler würde Ypsilantis Wahl allerdings zum Scheitern bringen.

    Deutschland-Korrespondentin Ursula Hürzeler

  • Olmert fordert Rückzug

    Der israelische Premier Ehund Olmert hat sich kurz vor seinem Rücktritt für eine Räumung der umstrittenen Gebiete ausgesprochen. Nur so könne es Frieden geben.

    «Israel muss fast alle besetzten palästinensischen Gebiete räumen, auch Ostjerusalem. Und: den syrischen Golan. Nur so hat es eine Chance auf Frieden», sagte er in einem Interview mit der grössten israelischen Zeitung «Yedioth Ahronot».

    Der 62-Jährige räumte auch ein, dass seine Ansichten über Aussenpolitik jahrzehntelang falsch gewesen seien.

    Nahost-Korrespondentin Iren Meier

  • Weitere Finanzspritzen für Europas Märkte

    Nach dem Nein zum US-Rettungspaket haben sich Europas Regierungen und Zentralbanken mit neuen Finanzspritzen und Bürgschaften gegen die Krise gestemmt.

    Die Staats- und Regierungschefs forderten die USA am Dienstag reihenweise auf, rasch und entschieden zu handeln und das geplante Rettungsprogramm für den Finanzsektor doch noch zu verabschieden. 

    US-Präsident George W. Bush versicherte indes, dass dies nicht das Ende des parlamentarischen Verfahrens sei. Er kündigte einen neuen Anlauf für das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket der Regierung an.

    Inzwischen forderte die Krise in Europa auch am Dienstag weitere Opfer. Belgien, Frankreich und Luxemburg gewährten der angeschlagenen Dexia-Bank eine Finanzspritze in Milliardenhöhe.

    Eveline Kobler

Moderation: Simone Fatzer, Redaktion: Judith Huber