Was in Sachen Management alles falsch läuft

Die kaputte Elite

Ein Schadensbericht aus unseren Chefetagen

von Benedikt Herles

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Bildlegende: Lesetipp der Woche Knaus

„Ich bin kein Aussteiger. Ich bin kein Linker“, stellt Benedikt Herles gleich zu Beginn klar. Er will als überzeugter Anhänger einer freien und sozialen Marktwirtschaft zeigen, was in Sachen Management alles falsch läuft: angefangen mit der Ausbildung bis hin zur Unternehmensberatung, in deren Auftrag smarte, stromlinienförmige Jungmanager erfahrenen Experten erzählen wollen, wie der Hase läuft.

Herles berichtet aus eigener Erfahrung: Er hat an der Eliteschmiede WHU Vallendar studiert und dann bei einer Unternehmensberatung gearbeitet. Herles schreibt gut; reportageartige Einstiege und knackige Überschriften in ironisiertem Beratersprech machen die Lektüre zum Vergnügen.

Kritikern, die auf sein zartes Alter und die geringe Berufserfahrung – Herles, Jahrgang 1984, hat nur ein Jahr gearbeitet – hinweisen, kommt er zuvor: Wer zu lange im System stecke, dem gehe der klare Blick verloren. Das stimmt, und doch nimmt man berufs- und lebenserfahrenen Managern wie dem Ex-Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger Kritik dieser Art einfach eher ab. Zudem ist einiges, was Herles berichtet, kalter Kaffee.

Das Buch empfiehlt sich darum vor allem jenen, die sich mit der Welt der Business-Schools und Strategieberatungen noch nicht oder nur unkritisch beschäftigt haben und empfänglich für eine unterhaltsame Warnung sind.

  • Verlag: Knaus
  • Publikation: 2013
  • Anzahl Seiten: 173

In Zusammenarbeit mit Getabstract, Luzern