Drehen und Wenden: Die Tricks der Sonnenblumen

Im Tagesverlauf verfolgen die Blütenköpfe junger Sonnenblumen die Sonne nach Westen. In der Nacht drehen sie sich nach Osten zurück – doch «erwachsene» Sonnenblumen blicken nur noch nach Osten. Warum? US-Forscher haben das Rätsel gelöst.

Blütenkopf einer Sonnenblume, im Hintergrund scheint die Sonne Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sonnenblumen sind in ihrer Jugend richtige «Sonnenanbeter». Keystone

Wachsende Sonnenblumen scheinen zu wissen, wann und wo die Sonne aufgeht. Sie verlassen sich dabei auf eine Art innere Uhr, wie Wissenschaftler der University of California in Davis im Fachblatt «Science» berichten.

Wie die Pflanzen ihre Bewegungen ausführen, haben die Botaniker mit Zeitraffer-Aufnahmen ergründet. Sie zeigen, dass jeweils eine Seite des Blütenstils stärker wächst als die andere – und so dreht sich der Blütenkopf mit der Sonne.

Dieses Schwenken bringt den jungen Sonnenblumen offenbar Vorteile: Pflanzen, die an der Bewegung gehindert wurden, wuchsen schwächer als jene, die sich ungestört zur Sonne ausrichten konnten.

Wenn sich die Blüten öffnen, stoppt das Pflanzenwachstum und damit die Drehbewegung. Die Blütenköpfe bleiben nach Osten gerichtet stehen. So erwärmen sie sich am Morgen schneller. Der Grund: Warme Blüten ziehen mehr Bestäuber an, wie die US-Forscher herausgefunden haben.