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Einstein Online Bunte Blumen gegen die Weizenfresser

Ein Blumensaum am Ackerrand kann dem Bauern Bares bringen: Laut einer neuen Studie fördern Blühstreifen nicht nur die Artenvielfalt, sondern können sogar den Befall mit unerwünschten Tieren deutlich reduzieren.

Ein Blühstreifen zwischen zwei Weizenfeldern.
Legende: Kerbel, Kamille, Mohnblumen & Co: Mit ausgewählten Pflanzen im Blühstreifen sank die Zahl der Weizenschädlinge messbar. Matthias Tschumi, Agroscope

Für Säume oder Ackerschonstreifen erhalten Bauern Subventionen, weil sie damit wilden Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten. Doch Blumenstreifen können auch direkt den Ertrag erhöhen, wie Agroscope-Forscher herausfanden. Sie testeten dies am Winterweizen und seinem wichtigsten Schädling, dem Getreidehähnchen, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Versuche mit standardisierten, drei Meter breiten Blühstreifen mit einer eigens entwickelten Samenmischung zeigten, dass die Nützlinge darin die Dichte von Getreidehähnchen-Larven in den Feldern um 40 Prozent reduzierten. Bei erwachsenen Tieren war es im Vergleich zu Kontrollfeldern über die Hälfte. Alle Versuchsfelder wurden ohne Pestizide gemanagt.

Der Schaden am Winterweizen durch die Larven ging mit Blühstreifen sogar um 60 Prozent zurück. Laut den Forschern könnten solche Verfahren den Einsatz von Insektiziden verringern. Das hänge aber davon ab, dass Lebensräume in der Nähe sind, aus denen Nützlinge einwandern.

Tipp zum Weiterlesen:

Schweizer Wiesenmeisterschaft: Wer hat die Schönste im ganzen Land?

Legende: Video Biologische Artenvielfalt bedroht: Wissenschaftler schlagen Alarm abspielen. Laufzeit 06:41 Minuten.
Aus Einstein vom 21.05.2015.

Die Blühstreifen-Experimente

Entlang von 15 Winterweizenfeldern in den Kantonen Aargau und Zürich wurden standardisierte Blühstreifen gesäht. 15 Kontrollfelder blieben ohne Streifen. Die spezielle Samenmischung enthielt Dill, Buchweizen, Koriander, Kamille, Kerbel sowie bunte Korn- und Mohnblumen. Darin gediehen Nützlinge wie Marien- und Laufkäfer, Schweb- und Florfliegen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Palomino, Lima
    In Latein-"Amerika" in den Sierra-Bergen sind die Felder bis heute von Säumen und Bäumen umrahmt - OHNE jegliche Pestizide. Wieso man diese Weisheit in der Schweiz subventionieren muss, das ist hier die Frage, Man kann doch einfach Pestizide komplett VERBIETEN und die Landwirtschaft so dazu anhalten, den Nützlingen wieder ihren Lebensraum zu geben. Pestizide verseuchen Böden, Grundwasser, Trinkwasser etc. und verursachen u.a. Demenz, also hohe Krankheitskosten. Syngenta=überflüssig.
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  • Kommentar von Leo Schmid, Muttenz
    "Schmiedet die Schwerter zu Pflugscharen" und die Menschen dahinter (Landwirte) zu kompetenten Landschaftsgärtnern. Die bisherigen Subventionspfründen können dann sinnvollerweise auf die neue Tätigkeit übertragen werden.
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  • Kommentar von Henriette Rub, Thun
    Was die Väter noch wussten und die Söhne verdammten, wird nun als neue Errungenschaft angepriesen. In den 50er Jahren gab es noch Wiesen und Felder mit Blumen zuhauf. Darauf folgte dann einheitlich langweiliges Grün, Beige oder Braun. Schön, wenn die Welt nun wieder bunter wird.
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