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Einstein Online Das Churer Schulmodell: eine Klasse für alle

Wie ist es einer Lehrperson möglich, jedem Kind den Stoff zu vermitteln, den es bewältigen kann? Stoff, der es fordert, aber nicht überfordert? In Chur hat man einen Weg gefunden, der dieses Anliegen bewältigt – überraschend einfach.

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Legende: Churer Modell: Hilfe für Schüler und Lehrer SRF

Als Reto Thöny, Unterrichtsentwickler an der Volksschule Chur, vor etwa sechs Jahren seinen Lehrern vorschlug, ihre Schulzimmer radikal umzubauen, fixe Arbeitsplätze für die Schüler abzuschaffen und ganz anders zu unterrichten, stiess er längst nicht überall auf offene Ohren.

Legende: Video Grafik: Das Churer Modell abspielen. Laufzeit 01:01 Minuten.
Aus Einstein vom 17.02.2016.

Aber der Umbau des Schulzimmers ist die Grundvoraussetzung, damit auch alles weitere funktioniert. Denn Reto Thöny ging es vor allem um die sogenannte Binnendifferenzierung: die Vermittlung des Stoffs auf unterschiedlichem Lernniveau innerhalb einer einzigen Klasse.

Entspannend für Lehrer und Schüler

Das Churer Modell stellt den traditionellen Unterricht nicht in Frage, sondern erweitert ihn. Nicht das Lehren steht dabei im Zentrum, sondern das Lernen. Die Schüler lernen, sich selbst einzuschätzen und übernehmen Verantwortung für ihr Lernen, jeder und jede auf seinem Niveau.

Das ist natürlich auch im traditionellen Unterricht möglich. Aber im Churer Modell lässt sich die Binnendifferenzierung einfacher erreichen, und im umgebauten Schulzimmer ergibt sich das Aktivieren der Schüler und Schülerinnen aus der Anlage des Unterrichts fast von selbst. Es bringt Erleichterung und Entspannung für Kinder und Lehrperson.

Wie das Modell in der Praxis aussieht, zeigt dieses Video:

Legende: Video Das Churer Modell in der Praxis abspielen. Laufzeit 04:52 Minuten.
Aus Einstein vom 17.02.2016.

Fazit: Schüler und Schülerinnen fühlen sich im Unterricht genau so wohl, wie der Lehrer. Die Atmosphäre ist entspannt; die Kinder laufen nicht Gefahr, sich zu langweilen oder überfordert zu werden.

Unterdessen unterrichtet in Chur schon fast die Hälfte der Lehrer und Lehrerinnen nach diesem Modell. Und es überrascht nicht, dass niemand, der damit begonnen hat, zum traditionellen Unterricht zurückgekehrt ist. Weit über Chur hinaus stösst Reto Thöny mit seiner Idee auf offene Ohren. Vor allem, weil sich das Churer Modell einfach umsetzen lässt.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Barbara Stephenson, Bradford
    Ich wohne in England. Waehrend das bei meinen Kindern in Klassen bis 20 mit hoch motivierten Lehrern in der Primarschule (bis 11) sehr geklappt hat, ist es spaeter was ganz anderes. Zudem haben die Klassengroessen sehr zugenommen (30+) und wo ich wohne sprechen fast 50% der Kinder bei Schuleintritt kein englisch. Meine beiden schulpflichtigen Enkel werden nun Zuhause von den Eltern unterrichtet, das ist legal und immer beliebter.
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  • Kommentar von Laura Lüscher, Allschwil
    Ich habe mit diesem Modell bereits gute Erfahrungen gemacht. Die Schülerinnen und Schüler einer Einführungsklasse konnten selbstständig und in ihrem Tempo arbeiten. Es gab auch enger geführte Lektionen. Im Kindergarten arbeiten viele Lehrpersonen mit diesem Modell- nur war/ist dieser Begriff nicht bekannt.
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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Das rote Brett vor dem Kopf ist fragwürdig - auch für die spätere politische Ausrichtung.
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