Verstopfung? So heilten die alten Ägypter

Ob Blasen oder Verstopfung – die alten Ägypter besassen gegen viele Beschwerden Arzneimittel. Doch sind Rezepte aus einem 3500 Jahre alten Medizin-Papyrus heute noch anwendbar? Die Pharmazeutin Ursula Hirter wagt den Versuch und testet in einem historischen Labor zwei altägyptische Rezepturen.

Auschnitt des altägyptischen Papyrus Ebers Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aus diesem altägyptischen, medizinischen Papyrus stammen die Rezepte. Wikimedia, Wellcome Images

Die Altägypter errichteten nicht nur monumentale Bauwerke, sie verfügten auch über ein beeindruckendes medizinisches Wissen. Ein Teil davon ist auf dem 19 Meter langen Papyrus Ebers niedergeschrieben. Die Papyrus-Rolle enthält Rezepte gegen zahlreiche Krankheiten und körperliche Beschwerden.

Die Pharmazie-Historikerin Ursula Hirter ist in der Lage, die alten Rezepte umzusetzen. Dabei gibt es allerdings zwei Schwierigkeiten: Zum einen schrieben die alten Ägypter nicht auf, wie genau die Arzneien hergestellt werden, zum andern sind manche Zutaten unbekannt.

Trotz dieser erschwerten Bedingungen wagt Ursula Hirter für uns das Experiment: Im historischen Labor des Pharmazie-Museums in Basel testet sie zwei Rezepturen aus dem altägyptischen «Medizinbuch» Papyrus Ebers. Die erste ist ein Zäpfchen, bestehend aus vier Zutaten:

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Altägyptisches Zäpfchen gegen Verstopfung

2:50 min, vom 9.3.2016

Das zweite Rezept ist für das «Beseitigen der Blasen an jedem Körperglied». Brand-, Wund- oder andere wässrige Blasen schmierten die Altägypter mit dieser Schwarzen Salbe ein.

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Schwarze Salbe gegen Blasen

2:38 min, vom 9.3.2016

Sendung zu diesem Artikel

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