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Einstein Online Verteufelter Götterbaum erobert die Alpennordseite

Der ostasiatische Götterbaum ist seit Jahren ein schweizweites Problem. Eine neue Verbreitungskarte zeigt nun, dass er in zahlreiche Wälder nördlich der Alpen eingedrungen ist. Dort wird das Gewächs zur Bedrohung für einheimische Arten.

Götterbaum mit grünen Blättern und roten Früchten
Legende: Kräftiges Wurzelwerk und hitzeresistent: Der Götterbaum stellt eine ernsthafte Bedrohung für einheimische Bäume dar. Imago

Bisher hat sich der Götterbaum vor allem im Tessin ausgebreitet. Nördlich der Alpen kam er vorwiegend in Siedlungsräumen vor. Nun stellten Forscher der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) fest, dass er sich den Weg in die Wälder der Alpennordseite gebahnt hat. Der Baum wachse dort an 90 verschiedenen Stellen.

Infografik, welche die Ausbreitung des Götterbaumes in der Schweiz zeigt.
Legende: Invasion des Götterbaums: Blaue Punkte zeigen die Ausbreitung in Siedlungen und an Verkehrsachsen; rote Punkte die Ausbreitung in den Wäldern, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL)

Damit wird der Eindringling zum Problem, denn das Gewächs verdrängt heimische Arten. Zudem steht es im Verdacht, die Schutzfunktion der Wälder, etwa gegen Lawinen oder Steinschläge, zu verringern. Dies, weil der Stamm des Baumes im Verlauf seines Lebens durch Fäulepilze geschwächt wird. Die Bekämpfung des ungebetenen Gastes ist laut WSL schwierig, weil im Wald der Einsatz von Herbiziden verboten ist.

Der Götterbaum wurde wegen seiner Salz- und Trockenheitsresistenz in Städten und Gärten in der Südschweiz, später auch weiter nördlich angepflanzt. Von dort aus verwilderte er.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Meyer, Therwil
    Mit 'Verteufeln' wird normalerweise ein unberechtigtes Schlechtmachen bezeichnet. Dies ist bei dieser Art Götterbaum definitiv nicht der Fall, wie im Artikel selbst auch beschrieben wird. Praktisch wäre ein Hinweis gewesen, wo sich mehr Information dazu finden lässt, und wie Private vorgehen sollen, auch bezüglich anderer invasiver Neophyten.
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  • Kommentar von Olivier TODESCO, Wädenswil
    In Wädenswil, keine 150m vom Bahnhof ist vor über einem Jahr noch einer gestanden. Er ist aus dem Mauerwerk eines Kellereinganges gewachsen und hat die Steine aus- einander geschoben. Die Hunde haben einen Bogen um diese Baumart gemacht. Er wurde jetzt jedoch entfernt mit Ach und Krach (auch mit Planzengift wurde gewerkelt)! Ich glaube aber, es ist nur eine Frage der Zeit bis die Wurzeln wieder schlagen!
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  • Kommentar von Andreas Kermann, Basel
    Da der Einsatz von Herbiziden ausgeschlossen ist bleibt nur noch Handarbeit übrig. Zur Ausführung derselben fallen mir nur zwei Gruppen ein: Die Staatsbediensteten (Armee und Technisches Hilfswerk) oder es wäre eine sinnvolle Beschäftigung für Empfänger von staatlichen Transferleistungen. (Sozialhilfebezüger oder Asylanten)
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