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Fotoalbum der Wissenschaft Die Säulen der Schöpfung

Nur wenige Aufnahmen haben so vielen Zeitgenossen den Atem geraubt – und ihnen klar gemacht, dass auch die stolze Menschheit bloss Staub im galaktischen Wind ist. Teil 2 unserer Serie über bahnbrechende Bilder der Forschung.

Ein Foto von gigantischen Materiesäulen im Adlernebel.
Legende: Legendäres Bild aus vielen Einzelaufnahmen: Die «Säulen der Schöpfung» sind weltweit bekannt. Verantworlich dafür waren die Astronomen Jeff Hester und Paul Scowen. Nasa / Arizona State University

Drei Gebilde scheinen da im Adlernebel in gespenstischem Licht emporzuwachsen: so gigantisch, dass sie unser Vorstellungsvermögen sprengen. Etwa 4 Lichtjahre erstrecken sie sich ins All. Also 4 mal 9,5 Billionen Kilometer, macht 38 Billionen Kilometer… – nun ja, jedenfalls: Der Mond ist von der Erde gerade mal etwa 1,2 Lichtsekunden entfernt.

Den Namen «Pillars of Creation» – deutsch: Säulen der Schöpfung – bekamen die Formationen wegen der Tatsache, dass die Zonen an ihren Spitzen Protosterne , Link öffnet in einem neuen Fenstergebären: eine Kinderstube künftiger Sterne. Zu verdanken ist das historische Bild vom 1. April 1995 dem Weltraumteleskop Hubble , Link öffnet in einem neuen Fensterund zwei Astronomen von der Arizona State University. Ihre Vorgehensweise (siehe Infokasten) erklärt auch, warum das Bild oben rechts eine schwarze «Ecke» steckt.

Supernova als Zerstörer der Säulen?

Noch viele Generationen von Menschen werden die Aufnahme bestaunen. Doch in ferner Zukunft vielleicht mit Wehmut: Astrophysiker fanden 2007 in der Region eine Wolke aus heissem Gas und Staub – womöglich Folge einer Supernova vor 6000 Jahren.

Falls die Theorie , Link öffnet in einem neuen Fensterstimmt, dürften deren Schockwellen die Säulen der Schöpfung längst zerstört haben. Doch weil das kosmische Theater 7000 Lichtjahre von uns entfernt spielt, wird uns das Licht von dort erst in 1000 Jahren Gewissheit bringen.

Wie das Bild entstand

32 Fotos wären für das Bild nötig. Die Farben orientieren sich an Elementen: Wasserstoff etwa wird grün eingefärbt, Sauerstoff blau. Die Astronomen setzten vier Kameras von Hubble ein; eine davon mit Vergrösserung. Ihr «Blickfeld» musste man folglich auf die Grösse der anderen drei Aufnahmen herunterrechnen – und so fehlt rechts oben ein Teil.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Die Sterne die darin gebohren werden, Sterne der zweiten oder dritten Generatin, schön zu wissen, dass auch Sterne einen Anfang und ein Ende haben. Man kann aber diese beiden Weltbilder auch Vereinen. Die Chronologiei der Sterne und Menschn ist ja vielleicht in die Ewigkeit eingebettet. Einmal mehr kommt man mit einer Nur Einstellung nicht weiter, wir sind eben nicht nur Sternenstaub, an uns und den Sternen klebt immer auch ein Stück Ewigkeit. A-Kauslität und Chronologie sind Eins.
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