Pass, Joch oder Sattel?

Vom Engadin erreicht man das Südtirol über den Ofenpass. Von dort kann man über das Stilfser Joch zurückreisen. Aber wieso ist das eine ein Pass und das andere ein Joch? Und was unterscheidet die beiden von einem Sattel?

Luftaufnahme Gotthardpassstrasse. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Serpentinen am Gotthard: Niemand würde sagen, sie führen aufs Joch. Keystone

So messerscharf genau lassen sich die Begriffe nicht abgrenzen. Aber woher die Bezeichnung «Pass» kommt, liegt auf der Hand: Es ist die Passage vom einen ins nächste Tal. Gemeint ist damit also nicht nur der tiefstmögliche Übergang zwischen zwei Bergen oder Bergketten, die Passhöhe, sondern die ganze Verbindungsstrasse. Der Ofenpass beginnt deshalb schon in Zernez und endet in Santa Maria im Münstertal. Beim Joch ist meist nur der höchste Punkt des Übergangs gemeint. Das Stilfser Joch wäre damit die Bezeichnung des höchsten Punktes der Strasse zwischen Südtirol und Veltlin.

Die Bezeichnung Sattel bezieht sich auf die Geländeform: Es ist eine breitere, vergleichsweise sanfte Senke zwischen zwei Gebirgs- oder Hügelzügen, die auf einer Passstrasse überwunden werden oder deren höchster Punkt ein Joch sein kann.

Je nach Region und Sprachgebrauch ist die eine oder die andere Bezeichnung häufiger und es gibt viele weitere lokal verbreitete Namen: Die Übergänge heissen dann zum Beispiel Tor, Egg oder Scharte. Und sind neben Verkehrsverbindungen stets auch Wasserscheiden.