Sehen Affen gerne fern?

Und wenn ja: Welche Sendungen bevorzugen sie? Und welche Darsteller mögen sie nicht? Fragen über Fragen – doch die Forschung ist dem Primatenfernsehen auf der Spur.

Ein Bonobo-Affe schaut in der Wilhelma in Stuttgart einen Film in seinem Gehege. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auswahl per Knopfdruck: Ein Bonobo-Affe schaut einen Film in seinem Gehege im Stuttgarter Zoo. Keystone

Was Paviane oder Mausmakis betrifft, tappt die Wissenschaft derzeit noch im Dunkeln. Doch bei den Bonobos, so scheint es, löst Fernsehen und der Konsum von Filmen Reaktionen aus, die dem Verhalten von uns Menschen durchaus ähneln. Der Zoo im süddeutschen Stuttgart ist derzeit Schauplatz einer Studie mit solchen Menschenaffen. Sie dürfen per Knopfdruck ein TV-Gerät in ihrem Gehege einschalten – und sogar aus fünf verschiedenen Inhalten auswählen, darunter Filme mit aggressiven Handlungen, Spielen oder Sexualität.

Dass Bonobos auf bewegte Bilder ansprechen, ist bereits bekannt. In Grossbritannien zeigten Biologen ihnen Filme, in denen andere Tiere vorkamen. Von den Versuchen wurde berichtet, dass die Reaktionen der Zwergschimpansen durchaus nachvollziehbar waren: Raubtiere auf dem Bildschirm seien mit «Missbilligung» kommentiert worden – und als Schlangen, die ärgsten Feinde der Bonobos, ins Bild kamen, rannten die Affen davon. Grosse Freude habe hingegen ein Mechaniker ausgelöst, als er ein kaputt gegangenes TV-Gerät repariert zurückbrachte.

Die aktuellen Experimente in Stuttgart sollen nicht nur zeigen, welche Themen Menschenaffen interessieren, sondern auch, ob es dabei Unterschiede zwischen Weibchen und Männchen gibt. Vielleicht gibt es ja irgendwann auch die Antwort auf eine Frage, die auch Menschengruppen immer wieder beschäftigt: Wer aus der Schar vor der Glotze bestimmt, was angeschaut wird oder nicht?