Wann wechselt der magnetische Nordpol der Erde zum Südpol?

Das Magnetfeld der Erde ist ein Schutzschild, ohne den es wahrscheinlich kein Leben auf unserem Planeten geben würde. In den letzten 200 Jahren hat es in seiner Stärke deutlich abgenommen. Das könnte ein Anzeichen für einen Pol-Wechsel sein: Der magnetische Nord- wird zum Südpol und umgekehrt.

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Bildlegende: Polarlichter: Elektrisch geladene Teilchen, die bei grosser Sonnenaktivität vom Erdmagnetfeld nach Norden und Süden abgelenkt werden. Reuters

Die Erde wird beständig von hochenergetischen Teilchen beschossen, vor allem von der Sonne. Das irdische Magnetfeld lenkt diese elektrisch geladenen Partikel ab und wirkt so als lebenswichtiger Schutzschild. Wenn trotzdem grössere Mengen der Teilchen in die Erdatmosphäre eintreten, können Polarlichter entstehen.

Messungen seit 1830 zeigen, dass die Stärke des Feldes seither um zehn Prozent abgenommen hat. Das könnte darauf hinweisen, dass die magnetischen Pole der Erde in absehbarer Zukunft ihre Position tauschen. In der Erdgeschichte ist das bisher regelmässig passiert, im Durchschnitt alle 250‘000 Jahre. Letztmals war dies vor 780‘000 Jahren der Fall. Ein Wechsel ist also überfällig.

Warum und wie ein solcher Polwechsel abläuft, ist noch nicht klar. Seit 1980 erkunden mehrere Generationen von Satelliten die Veränderungen im Erdmagnetfeld. Eine deutliche Schwächung des Schutzes könnte schlimme Folgen für das Leben auf der Erde haben. Beruhigend ist, dass die Veränderungen sehr langsam ablaufen. Eine Polumkehr dauert 4000 bis 10'000 Jahre. Bis dieser Prozess wirklich einsetzt, können – so die Forscher – noch gut 3000 Jahre vergehen.