Warum haben Briefmarken Zacken?

Am 1. Mai 1840 kam in England die «One Penny Black» auf den Markt. Es war die erste aufklebbare Briefmarke der Welt – allerdings noch ohne die heute charakteristische Zähnung. Der gezackte Rand feierte erst einige Jahre später Premiere.

Die «One Penny Black» musste noch zeitaufwendig, Stück für Stück aus den Bögen herausgeschnitten werden. Erst der britische Geschäftsmann Henry Archer änderte das. Er kam auf die Idee, die Briefmarken bereits im Bogen vorzutrennen. Eine spezielle Maschine, ausgestattet mit feinen Messern, ritzte in regelmässigen Abständen kleine Schlitze in die Spalten zwischen den einzelnen Marken. So konnte man sie ohne Schere aus dem Bogen herauslösen.

Allerdings zerriss dabei so manche Marke oder es blieb eine Ecke im Bogen hängen. Deshalb ersetzte Archer die Messer durch sogenannte Lochstifte. Damit perforierte er die Spalten zwischen den Marken mit Löchern. So liessen sich die Marken einfach abtrennen – die Zähnung war geboren. Sie verbreitete sich in Windeseile auf der ganzen Welt.

Selbst bei den heute üblichen selbstklebenden Briefmarken findet man die Zacken noch. Dies, obwohl die Marken nicht mehr fest miteinander verbunden sind, sondern nebeneinander in einem Markenheftchen kleben. Laut der Schweizerischen Post ist die Zähnung ein typisches Merkmal der Briefmarke und gehört deshalb – genau wie der Schriftzug Helvetia – zum charakteristischen Erscheinungsbild der Schweizer Briefmarke dazu.