Was kostet ein Mord?

Was für Menschen verbergen sich hinter Auftragskillern? Wie morden und wie viel kosten sie? Mit diesem Stoff befassen sich eigentlich sonst nur Romanautoren. Nun haben britische Wissenschaftler in Kriminal-Archiven Antworten gefunden.

Arm eines Toten mit Blutspur Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auftragsmörder: Profikiller haben häufig eine militärische Ausbildung hinter sich. Sie hinterlassen kaum Spuren am Tatort. Reuters

Der durchschnittliche Killer in England ist männlich und 38 Jahre alt. Der jüngste Killer war 15 und erledigte seinen Auftrag für 240 Euro. Durchschnittlich kostete ein Auftragsmord 19‘000 Euro – das Maximum lag bei 120‘000 für den Mord an einem erfolgreichen Autohändler.

«Sie ermordeten ihre Opfer beim Spaziergang mit Ihrem Hund oder beim Einkaufsbummel in ihrer Nachbarschaft», sagt David Wilson, Kriminologe an der Birmingham City Universität. Er hat die Fakten über Auftragskiller in Grossbritannien zwischen 1974 und 2013 ausgewertet.

Die Motive waren meist geschäftliche Angelegenheiten, Liebesbeziehungen oder Streit unter Gangmitgliedern. Unter den 36 untersuchten Killern gab es nur eine Frau. Ihr Mord war hingegen spektakulär. Sie schlich sich als Mann verkleidet in ein Londoner Krankenhaus, erschoss dort ihr Opfer und flüchtete unbemerkt. Erst später stellt sie sich der Polizei wegen Gewissensbissen.

Die Forscher konnten nur die Daten der gefassten Killer auswerten. Über die grossen Nummern weiss man fast nichts. «Diese Meister ihres Faches leben im Schatten – fast wie Geister,» so Wilson.