Was nützt das Wischen beim Curling?

Immer wieder hört man die Curling-Skips, die Team-Chefs, schreien. «Ziiiiehen!» und «Haaaard!» tönt es über den Rink. Und die beiden Spieler, die den Stein begleiten, wischen, was die Oberarme her geben. Aber nützt das tatsächlich etwas?

Zwei Curlingspieler wischen vor einem Curlingstein. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Voller Einsatz: Beim Curling bringt jeder Besenstrich ein paar Zentimeter. Im Bild: das kanadische Team beim Einsatz in Sotschi. Reuters

Wenn ein Curlingstein die Hand des Curlers verlässt, dauert es etwa 25 Sekunden, bis er im Zielkreis – im Haus – zum Stehen kommt. Tendenziell spielen Curler aber ihre Steine etwas langsamer, denn jeder Stein kann durch Wischen verlängert werden.

Jeweils zwei Spieler begleiten den gespielten Stein und beurteilen laufend, wo er zu liegen kommen wird. Mit gezieltem Wischeinsatz sorgen sie dafür, dass er am Schluss die richtige Länge hat. Je nach äusseren Bedingungen wie Eistemperatur, Luftfeuchtigkeit oder Temperatur in der Halle kann ein Stein durch Wischen um mehrere Meter verlängert werden.

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Wischen beim Curling

6:17 min, aus Einstein vom 21.1.2010

Warum? Grund dafür ist die Wärme, die durchs Wischen erzeugt wird. Auf dem festen Eis entsteht ein hauchdünner Wasserfilm, auf dem die Curlingsteine weniger Widerstand haben.

Länge und Kurvenradius

Die Wischer beeinflussen aber nicht nur die Länge. Weil jeder Stein auf seinem Weg eine Kurve beschreibt – weil er eben «curlt» –, kann man bei dieser Präzisionssportart um Steine herum spielen, die bereits im oder vor dem Haus liegen.

Durch das Wischen, also durch die Verlängerung des Weges, beeinflussen die Wischer auch den Radius der Kurve. Dank ihrem Einsatz gelingt es deshalb oft, einen Stein noch an einem anderen vorbei zu ziehen. Während die Wischer während des Spiels die Länge im Griff haben müssen, ist der Skip, der im Haus steht, für die Richtung verantwortlich. Und wenns eng wird, dann schreit er eben: «Ziiiiiiiiiehen!!»