Wie sauber sind die Schweizer Flüsse?

Die Schweiz gilt als Wasserschloss Europas, doch nun kam der Rüffel vom Parlament in Strasbourg: Der schweizerisch-französische Grenzfluss Doubs – eine Müllhalde. Steht es um die Schweizer Flüsse so schlecht?

Badende im Rhein in Basel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sommerfreude Flussbaden: Im Rhein zu Basel kann man sich bedenkenlos in den kühlen Strom stürzen. keystone

Die Qualität der Schweizer Flüsse hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. Tote Fische und schäumende Bäche, wie es sie bis Ende der 1970er-Jahre gab, findet man heute nicht mehr. Bekamen unsere Eltern oder Grosseltern noch Durchfall vom Baden in freier Natur, ist das heute meist völlig unbedenklich.

Damit sei nicht geraten, von nun an einfach in jedes Schweizer Gewässer zu springen: Besonders in dern Flüsen des stark bevölkerten Mittellandes finden sich sogenannte Mikroverunreinigungen: Reste von Arzneimitteln und Körperpflegeprodukten, oder hormonell aktive Stoffe. „Mikro“ heissen diese Verunreinigungen, weil sie in so geringen Konzentrationen vorkommen, dass bisherige Kläranlagen sie nicht herausfiltern konnten. Und auch  Pflanzenschutzmittel oder Dünger aus der Landwirtschaft – stellen nach wie vor ein Problem dar. Flüsse in Gemüse- und Ackerbaugebieten weisen besonders hohe Nitrat- und Phosphorwerte auf.

Obwohl die Schweiz als Quellland einen Standortvorteil hat, ist die Mikroverunreinigung hierzulande vergleichbar mit jener in den Anrainerstaaten Deutschland und Frankreich. Einzig der Alpenraum bleibt verschont. Hier ist das Wasser wirklich badesauber. Aber kalt.