Wie überlebt der Zitronenfalter den Winter?

Schmetterlinge überleben die Winterkälte auf ganz unterschiedliche Art. Die meisten überwintern als Raupe oder verpuppt – oder noch als Ei. Andere fliegen ähnlich wie Zugvögel im Herbst in den Süden. Nur einer überlebt in Mitteleuropa als ausgewachsener Schmetterling ungeschützt im Freien.

Ein Zitronenfalter hängt im Winter an einem Ast. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Zitronenfalter: An Zweigen hängend trotzt er Schnee und Eis dank körpereigenem Frostschutzmittel. Wikipedia, Harald Süpfle

Wie schafft er das nur? Der Zitronenfalter ist der einzige mitteleuropäische Schmetterling, der als Falter an einem Ast hängend oder im Laub am Boden den Winter überlebt. Er hält Temperaturen von bis zu minus 20 Grad aus. Es stört die Zitronenfalter auch nicht, wenn sie komplett von Schnee bedeckt sind.

Das Rezept sind körpereigene Frostschutzmittel. Zuerst scheiden die Zitronenfalter alles entbehrliche Wasser aus. Dann sorgen Zucker-Alkohole wie Glyzerin und Sorbit sowie Eiweissstoffe dafür, dass der Gefrierpunkt der Körperflüssigkeit heruntergesetzt wird. So können die zitronengelben Falter nicht erfrieren.

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Schon im Februar die ersten Ausflüge

Bei mildem Wetter fliegt der Zitronenfalter schon bei den ersten richtig warmen Sonnenstrahlen im Februar wieder aus. Im April legen die Weibchen die Eier ab – und sterben dann. Aus den Eiern schlüpfen Raupen, diese verpuppen sich und Ende Juni fliegen die Jungfalter aus.

Mit diesem einzigartigen Lebenszyklus haben die Zitronenfalter unter den hiesigen Schmetterlingen auch die höchste Lebenserwartung. Der «Gonepteryx rhamni», wie der Zitronenfalter mit wissenschaftlichem Namen heisst, wird älter als ein Jahr. Andere gaukeln kaum mehr als einige Wochen durch die Luft.