Wie verletzen sich Schneesportler am häufigsten?

66‘000 Wintersportler verletzen sich beim Schneesport jährlich, schätzt die Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU. Die häufigste Ursache sind Stürze. Kollisionen sind eher selten. Obwohl Kopfverletzungen meist schwerwiegende Folgen haben, treten sie weit weniger häufig auf als andere Verletzungen.

Die Grafik zeigt einen Skifahrer mit Angaben in Prozent, wie häufig welche Körperteile bei diesem Sport verletzt werden. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verletzungen beim Skifahren: Besonders häufig ist das Knie betroffen. bfu

Seit dem Unfall von Michael Schumacher sind Kopfverletzungen beim Skifahren in aller Munde. Doch sie machen nur 15 Prozent der Skiunfälle aus, wie eine aktuelle Studie des BFU zeigt.

An der Spitze liegen mit 35 Prozent Knieverletzungen, gefolgt von Verletzungen im Schulter- und Oberarmbereich mit 19 Prozent und Unterschenkel-Fussverletzungen mit 17 (siehe Grafik links).

Bei den Knieverletzungen sieht das BFU Handlungsbedarf. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Skibindung. Herkömmliche Bindungen konnten bislang Knieverletzungen nicht reduzieren. Forschung an neuen, elektronisch gesteuerten Bindungssystemen könnte diese Lücke in Zukunft schliessen, wie das Wissensmagazin «Einstein» berichtet.

Eine Grafik zeigt, wie vieviele Menschen sich 2008 bei unterschiedlichen Sportarten pro eine Millionen Stunden verletzt haben. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gefährliche Sportarten: Verletzte pro 1 Mio. ausgeübter Stunden nach Sportart, 2008 Observatorium Sport und Bewegung Schweiz

Beim Snowboarden treten Verletzungen an Schulter, Oberarm und Schlüsselbein mit 27 Prozent am häufigsten auf, gefolgt von Unterarm- (25%) und Kopfverletzungen (18%).

Bei Ski und Snowboard überwiegen leichte und mittelschwere Verletzungen. Schwer verletzten sich circa drei Prozent der Betroffenen.

Andere Sportarten sind laut Statistik aber weit gefährlicher (siehe Grafik links). Die Rangliste wird durch Fussball und Eishockey angeführt. Snowboarden liegt an 6. und Skifahren erst an 10. Stelle.