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Bohrloch: Hier dreht der Bohrkopf in Tiefen von bis zu 5000 Metern
Legende: Bohrloch: Von hier aus treiben die Ingenieure den Bohrkopf bis in Tiefen von 5000 Metern. Keystone
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Fünfmalklug Wieso kommt es bei Geothermie-Projekten zu Erdbeben?

Letztes Wochenende bebte die Erde in St. Gallen mit einer Stärke von 3,6 Magnitude. Ähnliche Beben ereigneten sich bei den letzten Schweizer Geothermieprojekten in Zürich und in Basel. Die Erschütterungen entstehen, wenn man in der Tiefe den Fels aufspaltet.

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So funktioniert Geothermie
Aus Einstein vom 20.06.2013.
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Um die Erdwärme in der heissen Erdkruste an die Oberfläche zu bringen, braucht man Wasser. Es wird durch ein Bohrloch in Tiefen von etwa 5000 Meter gepumpt und über ein zweites Loch zurück an die Oberfläche geholt. Dort gewinnen die Kraftwerkbetreiber mit dem aufgeheizten Wasser Energie. Um den Kreislauf zu ermöglichen, muss in der Erdkruste eine Verbindung zwischen den Bohrlöchern hergestellt werden. Dafür spaltet man das Erdreich auf.

Mit hohem Druck pumpen die Ingenieure Wasser in ein Bohrloch. Die kleinen und grossen Spalten in der Erdkruste füllen sich und es entsteht in ihrem Inneren ein hoher Druck. Dieser wirkt in den Spalten wie ein Wagenheber und hilft, die Zwischenräume auseinander zu drücken. Dabei wirkt das Wasser zusätzlich wie ein Schmiermittel zwischen den Gesteinsmassen.

Bei diesem Prozess beginnen sich die bestehenden Spannungen in der Erdkruste zu lösen und die Gesteinsschichten verschieben sich in eine neue, dauerhafte Position. Durch diese Risse und Spalten kann das Wasser später zirkulieren. Solche kleine Verschiebungen im Erdreich gibt es regelmässig, doch sie werden nur von seismologischen Geräten erkannt. Kommt es aber zu einer grossen Verschiebung, nehmen wir sie als Erdbeben war.

In St.Gallen traf man beim Bohren auf ein Gasvorkommen und musste in einer Notfallsituation das aufsteigende Gas zurück drängen, indem man Wasser mit hohem Druck hinunter pumpte – was dann mit grosser Wahrscheinlichkeit das Erdbeben ausgelöst hat. Derzeit untersuchen Experten die Vorkommnisse.

Geothermie

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Mehr Infos zur Erdbebengefahr und einen «Einstein»-Beitrag über die schwierige Suche nach der unerschöpflichen Energie.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von S. Vogel , Obwalden
    die geothermie ist die realistischste lösung. die wasserkraft kann nur noch effizienter gestaltet werden. ausser man würde ganze täler fluten. solaranlagen bringen nie die erforderliche energie und sind in der produktion und entsorgung zu umweltschädlich. windkraft kann an zu wenigen orten prduziert werden. niemand "will" die akws, muss aber tagtäglich sein iphone aufladen und den pc auf stand-by halten. die die nach lösungen suchen sind narren und die gesellschaft hätte es eh besser gewusst.
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  • Kommentar von J. Nehru , Solothurn
    Wen der Mensch bisher eines gelernt haben sollte, dann das die Gewinnung von Bodenschätzen und die Erzeugung von Energie durch künstlich erzeugte Hitze nichts gutes bringt.
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  • Kommentar von Marianne Roe , Gwatt
    Das verursachte Leck ist für den Moment gestopft. Ich frage mich, was für Leute da am Werk sind. Heute lernt man nur noch die erste Hälfte eines Problems zu lösen, die zweite will man anscheinend beim "learning by doing" erfahren. D.h, in den Hochschulen wird den Leuten z.T. so viel Mut zugesprochen, den man jedoch der Allgemeinheit nicht zumuten sollte. Das Gas hat nun bereits einen Durchgang gefunden und wird mit Hilfe des riesigen Drucks vom Erdinnern sicher weiter Wege nach aussen finden.
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