Woher stammt das meiste Opium?

Die Nato-Truppen in Afghanistan sprechen seit Jahren vom Kampf gegen den Drogenanbau. Trotzdem nimmt die Zahl der Schlafmohnfelder seit 2002 stetig zu.

Ein Afghane bearbeitet eine Samenkapsel der Schlafmohnpflanze. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schlafmohn: Aus der Samenkapsel gewinnt man den Milchsaft, aus dem das Roh-Opium entsteht. Reuters

Zwischen den Schlagzeilen: Opiumanbau in Afghanistan boomt

12 min, aus Zwischen den Schlagzeilen vom 16.07.2013

Export von Opiaten im Wert von 2,4 Milliarden Dollar im Jahr 2011, Produktion von Schlafmohn auf einer Fläche von 154'000 Hektaren im Jahr 2012 und 1,5 Millionen drogenabhängige Menschen im eigenen Land – Afghanistan. Das Land steht bei der Produktion an vorderster Front.

Aus dieser Pflanze lassen sich im grossen Stil Heroin und andere berauschende Opiate gewinnen. In diesem Jahr pflanzten die Bauern in 20 von insgesamt 34 Provinzen Schlafmohn an – vor allem in den südlichen Provinzen Helmand und Kandahar. Auf ihren Feldern produzieren sie so bei optimalen Erntebedingungen bis zu 75 Prozent des weltweiten Roh-Opiums.

Um es als Droge zu verkaufen, ist ein riesiges Bandenwesen aus Verarbeitern und Schmugglern im Einsatz – gestützt von zahlreichen Politikern. Insgesamt sollen bis zu drei Millionen Afghanen an der Wertschöpfungskette beteiligt sein. Von dort aus gelangt der grösste Teil der Drogen nach Iran und Pakistan und wird weiter nach Asien und Europa geschmuggelt – von Grossdealern zu Kleindealern.